Muslimische Quellen gegen den Terrorismus / Muslim sources speaking out against terrorism


Meinungen, Statements, Publikationen (Bücher und Artikel), Fatwas, Linksammlungen und Verlautbarungen sollen hier dokumentiert werden. Hinweise auf weitere Quellen sind erwünscht (→ Kontaktformular):

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23 thoughts on “Muslimische Quellen gegen den Terrorismus / Muslim sources speaking out against terrorism

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  5. Der südafrikanische muslimische „Reformtheologe“ Farid Esack sagt in einem Interview (bei Qantara):
    Der Terror des „Islamischen Staats“ wirft für Theologen eine Menge Fragen auf. Kann man denn Ihrer Meinung nach für alles eine Rechtfertigung im Koran finden?
    Esack: Es ist sehr schmerzhaft für mich, aber die ehrliche Antwort lautet: ja. Als Muslim würde ich lieber sagen, dass es keine Rechtfertigung für diese Barbarei im Koran gibt, aber das wäre intellektuell nicht redlich. Es gibt Textstellen, die der IS so liest, dass sie ihre Barbarei rechtfertigen. Für uns Muslime wie auch für die Angehörigen aller Religionen, die auf der Basis heiliger Texte stehen, gibt es fortwährenden Streit darüber, wie man ein breiteres, inklusiveres und pluralistischeres Verständnis einiger Texte gewährleisten kann. Aber der IS trinkt aus derselben Quelle wie wir. Sie nehmen das Wasser und vergiften es, aber es stammt aus derselben Quelle. So schwer es mir auch fällt, das einzugestehen.

    Um als Beispiel die Tötung von Kriegsgefangenen zu nehmen:
    Tatsächlich hat im Islam nach übereinstimmender Meinung der traditionellen Gelehrten der Imâm, d. h. das Staatsoberhaupt des islamischen Staates, das Recht, darüber zu bestimmen, ob Kriegsgefangene hingerichtet werden oder nicht, und es gibt Beispiele für Fälle, in denen der Prophet – Friede sei auf ihm – und spätere muslimische Herrscher und Machthaber von diesem Recht Gebrauch machten. Allerdings handelt es sich bei der Tötung von Gefangenen um eine Ausnahme, während die Leute vom „Islamischen Staat“ (IS) sie zur Regel gemacht haben. In einem Zeitalter, in dem die Gewaltenteilung nicht mehr wegzudenken ist, sollte es eigentlich auch genaue Regeln dafür geben, in welchen Fällen das Staatsoberhaupt eines islamischen Staates, bzw. sein Stellvertreter, Kriegsgefangene töten lassen darf und wann nicht. Jedenfalls dürfen solche Entscheidungen nicht einzelnen untergeordneten Kämpfern überlassen werden.
    In einem Video ist zu sehen, wie Kämpfer des IS drei LKWs anhalten und deren zivile unbewaffnete Fahrer beschuldigen, sie seien syrische Alawiten (und damit vogelfreie „Ungläubige“). Diese behaupten jedoch, sunnitische Muslime zu sein. Um sie zu prüfen, stellt einer der Kämpfer ihnen die Frage nach der Anzahl der Rak´as in den jeweiligen Gebeten, die sie jedoch nicht richtig beantworten. Darauf fällt er sein Urteil, daß sie doch Alawiten sind, und er und die anderen Kämpfer eröffnen das Feuer auf sie, bis die drei unbeweglich und tot auf dem Boden liegen.
    Ein solche Handlungsweise ist nach heutigen Maßstäben Terrorismus und ein schweres Verbrechen. Hätten sie die drei Gefangenen nicht zu einer Polizeistation ihres „Islamischen Staates“ oder dergl. bringen können, um dort untersuchen zu lassen, ob sie militärische Aufgaben für den Feind erfüllen? Wäre es nicht angebrachter, die gefangenen Alawiten in einer wirklich islamischen Umgebung unterzubringen, damit sie sehen können, wie vorbildliche Muslime leben, in Hoffnung, daß sie daraufhin den Islam annehmen – falls man die Alawiten überhaupt als außerhalb des Islams stehend sehen soll? Das Hauptproblem bei den Leuten vom IS ist, daß sie jeden – auch andere sunnitische Muslime –, der nicht ihre Sichtweise teilt, als „Ungläubigen“ oder Verräter am „Islamischen Staat“ betrachten und für vogelfrei erklären.
    In der BRD und in Österreich gibt es eine kleine Gruppe von Muslimen, die genau dieselbe Denkweise und Argumentation wie der IS hat, nur mit dem Unterschied, daß sie Gewaltanwendung strikt ablehnen und nicht zum Dschihâd aufrufen. Die 99,99 Prozent aller Muslime weltweit sind ihrer Ansicht nach keine wirklichen Muslime, sondern Götzendiener (Muschrikûn), da sie nicht den wahren Tauhîd verwirklicht und dem Tâghût abgeschworen haben. Der türkische Staatspräsident Receb Tayyib Erdoğan bspw. ist ihrer Ansicht nach ein Tâghût, da er das demokratische System akzeptiert und nicht mit einer hundertprozentig reinen „islamischen“ Agenda zur Errichtung eines islamischen Staates kommt. Die aktive oder passive Beteiligung an demokratischen Wahlen ist bei ihnen Götzendienst (Schirk), wie auch die Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts. So leben sie isoliert und nahezu unbeachtet unter all den Muslimen, die ihrer Ansicht nach Muschrikûn sind, und die staatl. Sicherheitsbehörden stören sich nicht an ihnen, da sie Gewalt ablehnen und nicht dazu aufrufen, und die staatl. Gewalt widerstandslos, wenn auch widerwillig, akzeptieren.

    Ein junger saudischer Aussteiger berichtet, daß die Ideologie des IS sehr extrem sei, und daß sie die mangelnde Lebenserfahrung und die Begeisterungsfähigkeit der Jugendlichen ausnützen. Selbstmordanschläge würden in der Regel von 18 bis 20-Jährigen ausgeführt.

    Wenn nun einige dieser Personen erkennen, daß sie getäuscht worden sind und sie einen Fehler gemacht haben, indem sie sich dieser Terrororganisation angeschlossen hatten, soll man sie dann dazu noch bestrafen, indem man ihnen die Staatsangehörigkeit entzieht? Das wäre äußerst kontraproduktiv und eine Maßnahme, wie sie vom Nazi-Deutschland praktiziert wurde, von der sich die BRD bewußt distanziert hat. Und der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach will nun zu solchen Nazi-Methoden zurückkehren? Außerdem hat dies keinerlei vorbeugende, bzw. abschreckende Wirkung – wie Herr Bosbach behauptet –, da die vom „Islamischen Staat“ (IS) Begeisterten bei ihrer Ausreise ohnehin meinen, sie würden für immer dort bleiben und bräuchten die bundesdeutsche Staatsangehörigkeit nicht mehr.

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  14. As-salamu alaikum wa rahmatullah, bitte füge zu Deiner Liste von Publikationen hinzu:

    Auf Deutsch: Verbot von Angriffen auf Zivilisten, Verteidigung der Unterdrückten durch Zurecht- weisung der Rücksichtslosen die Zivilisten töten. Ausführliche Fatwa gegen Angriffe auf Zivilpersonen, Selbstmordattentate u.ä. Übersetzt und herausgegeben von Abd al- Hafidh Wentzel (Warda Publikationen), 64 Seiten.

    In English: Defending the Transgressed by Censuring the Reckless against the Killing of Civilians, Shaykh Muhammad Afifi al-Akiti. Introduction by Gibril F. Haddad, published by Abd al-Hafidh Wentzel (Warda Publications & Aqsa Press), 56 pages.

    Thank you very much,

    was-salam,

    Abd al-Hafidh Wentzel

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