Wie Mohammed den Islam erfand?


Der Orientalist Tilman Nagel hat GEO ein Interview gegeben. In der aktuellen Kalisch Debatte steht er auf der anderen Seite und kritisiert Kalischs Ansichten. Übrigens auch vorher hat er sich schon mit Kritik an der Saabrückener Gruppe um Ohlig&Co. hervorgetan. Tilman Nagel verteidigt die Existenz vom Propheten Muhammad, er hat dazu auch einen dicken Wälzer vorgelegt, allerdings hat er ganz andere Kritik an dem Propheten und seiner Verklärung durch die Muslime, um es mit seinen Worten zu sagen. Vieles ist wirklich schwer zu verdauen. Das Interview ist hier.

 

Was für ein Mensch war der Begründer des Islam?

Wie entstand der neue Glaube?

Interview in GEOkompakt Nr.16, September 2008: Glaube und Religion

Der Mohammed-Biograf Tilman Nagel zeichnet das Bild eines herrschaftsbewussten Stammesführers – und einer kriegerischen Bewegung

 

GEOkompakt: Herr Professor Nagel, was für ein Mensch war der Prophet Mohammed?

Tilman Nagel: Ganz deutlich an ihm war seine überragende Willenskraft: Er hat sich niemals in Kompromisse verwickeln lassen und selbst scheinbar aussichtslose Situationen für sich und seine Anhänger entschieden. Ohne diese Standhaftigkeit hätten die ersten Muslime wohl kaum die Wirren des Anfangs überlebt. Sie hatte aber auch negative Seiten: Egoismus. Halsstarrigkeit. Die Unfähigkeit, Fehler einzugestehen. Von islamischen Gelehrten wird Mohammed als gutmütiger Kämpfer für Gleichheit und Gerechtigkeit dargestellt. Das ist unredlich. Nach Mohammeds Tod wollten Muslime in seinem Lebensweg unbedingt das Prophetentum erkennen. Es entstand eine idealisierte Biografie, frei von allen Widersprüchen. Mohammed galt nun als Übermensch; als göttlicher Gesandter, erwählt von Allah, um durch den Koran eine ewig gültige Botschaft zu offenbaren. So wurde ihm der Schleier des Übergeschichtlichen übergeworfen. Leider hat die islamische Gelehrtenwelt diesen Schleier bis heute nicht entfernt.

 

Und die westliche Forschung?

Die hat sich auf das andere Extrem hinbewegt. Seit den späten 1970er Jahren hieß es: „Die historische Figur Mohammed ist eine Fiktion; der Koran ist über Jahrhunderte hinweg von anonymen Schreibern verfasst und redigiert worden.“ Einige Islamwissenschaftler halten die muslimische Urgemeinde sogar für eine christlich-syrische Sekte.

 

Ist da etwas dran?

Nein. Von allen Weltreligionen ist keine historisch so gut ausgeleuchtet wie der Islam. Es gibt eine Vielzahl an Quellen: die frühen Prophetenbiografien, vor allem die des arabischen Historikers Ibn Ishaq aus dem 8. Jahrhundert; die Überlieferungen der Aussagen Mohammeds; und natürlich den Koran. Ein Buch, in dem sich spiegelt, welche Entwicklung sein Denken und Wirken genommen hat. Man kann nun alle diese Texte „übereinanderlegen“. Kann die verschiedenen Versionen vergleichen und so aus der späteren Überarbeitung die historischen Tatsachen herauspräparieren. Kann weitere frühe muslimische Quellen hinzuziehen, mit Informationen etwa zu Stammeskoalitionen, zu Mohammeds Feldzügen und – ganz wichtig – zur Entstehungszeit der Suren im Koran; heute sind die ja einfach der Länge nach angeordnet. Das alles habe ich in den vergangenen 15 Jahren getan. Und ich denke, daraus ergibt sich ein recht genaues Bild der Lebensweisen und Glaubensüberzeugungen auf der arabischen Halbinsel im 7. Jahrhundert. Ein Bild, in das Mohammed als „Produkt“ seiner Zeit hineingehört – aus dem er als historisch einzigartige Figur aber auch herausragt.

 

Erzählen Sie.

Die Geschichte des Islam beginnt schon fünf Generationen vor Mohammed, um das Jahr 500. Damals besiedelte sein Stamm, die Quraischiten, das Heiligtum Mekka – einen von zahlreichen Wallfahrtsorten des alten Arabien. In Mekka fehlten natürliche Ressourcen. Deshalb mussten die Quraischiten von der Heiligkeit Mekkas und ihrer Anziehungskraft auf die Menschen leben. Sie bestimmten sich selbst zu „Obmännern“ des Hauses Abraham: zu Hütern der einst vom legendären biblischen Stammvater gestifteten Ordnung. Abraham galt ihnen nämlich als Ahnherr aller arabischen Clans – und zwar über seinen Sohn Ismael, der angeblich in Mekka gesiedelt hatte. Als „Beweis“ für ihre eigene, herausgehobene Stellung deuteten die Quraischiten nun ein kleines, dachloses Gebäude aus unverputzten Steinen, verhüllt mit schweren Tüchern: die Kaaba. Sie soll einst von Abraham und Ismael errichtet worden sein. Die Kaaba lag im Zentrum Mekkas. Zu ihr strömten während der heiligen Monate die Pilger und verehrten die Kultbilder ihrer Götter: etwa des syrischen Mondgottes Hubal.Und sie verehrten den übergeordneten Schöpfergott Allah; alilah bedeutet einfach nur „der Gott“.

 

Man sollte sich von der Vorstellung lösen, der Islam sei an einem mythischen Ort irgendwo in der Wüste entstanden. Mekka war in die Stammeskonflikte und politischen Ereignisse auf der arabischen Halbinsel; die „Weltoffenheit“ spiegelte sich in der Vielzahl der verherten Gottheiten. Diese Götter – und die damit verbundenen Riten – bildeten das Geschäftsmodell der Quraischiten. Mohammeds Großvater zum Beispiel kümmerte sich um die Speisung der Wallfahrer; ein gewichtiges Amt, aus dem sich für den Enkel eine gewisse religiöse Prägung ergeben haben mag.

 

Aber ist Mohammed denn nicht, wie manche Biografen behaupten, in großer Armut bei Beduinen aufgewachsen?
Das ist auch so eine spätere Verklärung. Mohammed hatte zwar das Pech, dass sein Vater starb, noch ehe er (wohl im März des Jahres 569) zur Welt kam. Und es stimmt, er wuchs in der Wüste auf. Das lag aber an den Familiengesetzen seiner Zeit: Eine verheiratete Frau blieb bei ihrer Sippe, der Ehemann besuchte sie, und sie praktizierten eine Art gekauften Geschlechtsverkehrs. Nun kam Mohammeds Mutter aber aus einem fremden Stamm. Deshalb haben die Quraischiten den Knaben einer beduinischen Amme übergeben – sie wollten ihn aus dem anderen Stamm lösen und für sich selbst reklamieren. Er kam dann später zu seinem Onkel, einem Karawanenhändler. So stand er in enger Verbindung zu den besten Sippen Mekkas. Bis er nicht mehr tragbar war.

 

Wegen seiner neuen, unerhörten Lehre von der vollkommenen Unterwerfung unter den Willen Allahs. Vor allem wegen ihrer radikalen Konsequenzen. Den Glauben an den einen Gott Allah zu predigen hieß, an den ökonomischen Grundlagen des eigenen Clans zu rütteln: ohne Götter keine Wallfahrer, ohne Wallfahrer keine Einnahmen. Mohammed warb ja auch in anderen Kultorten nahe Mekka für seine Botschaft. Das war ein Tabubruch, nein: eine Revolution! Denn dort hatten Quraischiten nichts zu suchen. So geriet nicht nur die Existenz Mekkas, sondern das ganze fein austarierte System der Stammesbündnisse in Gefahr.

 

Was genau predigte Mohammed? Woher kamen seine Ideen?

Man kann drei Entwicklungsstufen seines Denkens unterscheiden. Der Anfang war recht konventionell. Mohammed gehörte in Mekka zunächst dem Bund der „Strengen“ an, einer Art Männergemeinschaft, die sich darum kümmerte, dass die Pilger saubere Kleidung trugen, wenn sie zur Kaaba kamen. Daraus erwuchs eine frömmlerische Emphase der Reinheit: Mohammed übertrug die Ideen der „Strengen“ auf alle Lebenssituationen – auf die physische Befreiung vom Schmutz wie auf die innere Läuterung. Der nächste Denkschritt war der entscheidende: Mohammed identifizierte den altbekannten Hochgott Allah als alleinigen Schöpfer und ständigen Erhalter des Diesseits. Auch dafür gab es Vorbilder. Er kannte ganz bestimmt die „Hanifen“, eine Bewegung frommer arabischer Prediger mit monotheistischer Botschaft. Wenn man so will, wurde er nun ein „Hanif“. Und zwar als „Gesandter Allahs“: Er verkündete, nur diesem einen Gott sollten künftig die Wallfahrtsriten an der Kaaba gelten. In dieser Forderung zeigt sich die ganze Radikalität seines Denkens.

 

Noch später trat er als Prophet auf, der die Araber die „wahre“ Form des Eingottglaubens lehrte und ihnen die von Allah gestifteten Regeln für die Ordnung des Lebens mitteilte. Indem Mohammed Juden- und Christentum als Entartungen zurückwies, gab er sich als Wiederholer des Stammvaters Abraham aus. Ganz wichtig dabei: die Fortführung des Tieropfers. Abraham hatte es praktiziert; die Juden schafften es ab, die Christen sublimierten es im Brot-und-Wein-Ritus; und nun kam da ein Prophet und stellte die alte göttliche Ordnung wieder her! Mohammed griff recht oft auf die anderen Hochreligionen zurück: Die scheinbar typisch muslimische Niederwerfung beim Gebet etwa kannte er wohl von orientalischen Christen.

 

All das klingt so, als wäre er ein nicht sehr origineller spiritueller Bastler gewesen.
Es stimmt: Mohammed fügte heidnisch-arabische und monotheistische Glaubensinhalte zusammen. Aber dabei radikalisierte er sie auch mit ungeheurer Konsequenz. Seine Idee eines Schöpfers, der ununterbrochen tätig ist und alles durchdringt, deckt sich keineswegs mit der christlichen Sicht, die ja Gott eine gewisse Distanz zu seinem Werk zubilligt. Als Muslim müssen Sie ständig vor diesen Allah treten, müssen ihm dauernd in ritueller Reinheit für alles danken. Da kann man schon sagen, dass der Islam über einen theologischen Inhalt verfügt, der zu keiner anderen Religion in Beziehung steht.

 

Hat Mohammed das alles geglaubt?

Man kann sich natürlich fragen, warum jemand in einem 23-jährigen Prozess der Verkündigung immer neue Gottesbotschaften in die Welt bringt und dafür seine Stellung und die seiner Heimatstadt aufs Spiel setzt. Solche Dinge sind für den Historiker aber nur schwer zu erfassen; da kommen Sie in den Bereich des Glaubens. Wir müssen uns damit zufriedengeben, dass Mohammed sich offenbar von Allah angesprochen fühlte: Wenn man die frühen Zeugnisse seiner Anhänger liest, gewinnt man den Eindruck, er sei subjektiv ehrlich gewesen.

 

Hat er denn den einen Moment der Berufung erlebt, wie die Muslime glauben?

Wohl eher nicht. Es gibt dazu viele Überlieferungen, die sich zum Teil widersprechen. Eines aber steht fest: Mohammed hat an Epilepsie gelitten. Sein erster Biograf Ibn Ishaq verknüpft dieses Leiden mit dem Prophetentum: Während eines Anfalls sei der Erzengel Gabriel erschienen und habe den Kranken gezwungen, die ihm gerade übermittelten Worte zu rezitieren. Ibn Ishaqs Werk ist aber auch in anderen Versionen erhalten. Darin heißt es: Immer wenn die Krankheit Mohammed überwältigte, schickte seine Ehefrau nach einem alten Weib, das ihn durch das Knüpfen eines magischen Knotens behandelte. Eines Tages sagte Mohammed: „Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn des Frühlichts vor dem Übel der Knotenbläserinnen.“

 

Wollen Sie damit sagen, dass Mohammed seine Krankheit in ein religiöses Erweckungserlebnis umdeutete?

Für einen Muslim ist diese Vorstellung natürlich kaum erträglich – weil dann Mohammed selbst und eben nicht Allah bestimmt hätte, wann die Offenbarung einsetzte. Und die islamischen Gelehrten haben sie ja auch ausgemerzt; sie spielt keine Rolle mehr. Aber für mich als Historiker spricht einiges dafür. Es scheint kaum verständlich: Weshalb haben so viele Mekkaner für einen Epileptiker mit gefährlicher Botschaft ihre Existenz aufs Spiel gesetzt?  Am Anfang waren da nur wenige Anhänger. Mohammed stellte sich während der Wallfahrtszeiten in die Nähe der Kaaba und trug seine Botschaft vor. Er faszinierte damit vor allem junge Menschen.

 

Weshalb ihm das gelang? Weil er einen speziellen Vortragsstil entwickelte: den der Reimprosa – vielleicht die bedeutendste Leistung seines Lebens. Sie ist einem Außenstehenden schwer zu vermitteln. Denken Sie an die Kassetten mit Koranrezitationen, die es heute überall zu kaufen gibt: an diesen ungeheuer artistischen Umgang mit Sprache – so ähnlich wird es in den Straßen von Mekka geklungen haben: Da trägt jemand einen Text vor, macht mitten im Vers Schluss, setzt neu an, steigert die Emotionen… ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Bald hieß es: Er verwirrt unserer Jugend den Verstand!

 

Und so, nach all den Provokationen, konnten sich Mohammed und seine Anhänger in Mekka nicht mehr halten?
Ja, sie gingen in eine Wüstenoase, Hunderte Kilometer entfernt – nach Medina. Dieses Ereignis markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung. In der idealisierten Mohammed-Biografie bildet diese Aussiedlung den Schlüsselpunkt – die Gemeinde von Medina gilt als Urbild aller muslimischen Staatswesen. In Wahrheit war es eher ein Unfall: Mohammed musste fliehen. In Medina nahmen ihn Verwandte auf. Es dauerte viele Jahre, den Islam inMedina zu verbreiten und Mekka zu erobern. Denn das wollte Mohammed unbedingt: zur Kaaba zurückkehren.

 

Weshalb?

Er hatte zwei Ziele: die Neugestaltung der Pilgerriten im Sinne des Eingottglaubens und die Machtübernahme über die Quraischiten, seinen Clan.

Entstand deshalb die Idee, das Glaubensbekenntnis kriegerisch zu verbreiten – die Idee des Dschihad?
Damit hing es zusammen. „Dschihad“ bedeutete zunächst die kriegerische Anstrengung der nach Medina Vertriebenen im Kampf gegen Mekka. Später wurde daraus die Teilnahme an Feldzügen gegen die Ungläubigen. Es begann damit, dass Mohammed die Stadt Medina als Rückzugsraum nutzte, um die Karawanen seiner Fein de zu attackieren. Durch geschicktes Taktieren konnte er nach und nach alle Stämme in Medina auf seine Seite bringen. Unter anderem, indem er viele der dort ansässigen Juden massakrieren ließ – er bezichtigte sie, gegen ihn zu arbeiten. All das war recht perfide.

 

Dennoch überrascht, wie schnell er triumphieren konnte.

Er hat einfach Glück gehabt. Dazu gehörte auch die Unentschlossenheit der gegnerischen Führung, der Zusammenbruch ihrer Stammeskoalition. Im Januar 630, nach acht Jahren in Medina, marschierte Mohammed in Mekka ein und zerstörte die Kultbilder aller anderen Gottheiten – er brach einfach einen Waffenstillstand, den er zuvor geschlossen hatte. In der Folge unterwarfen sich zahlreiche Stämme aus ganz Arabien seiner Macht. Kurze Zeit später, im Jahr 632, ist er schließlich gestorben.

 

Herr Nagel, war der Islam Mohammeds eine Religion des Krieges?

Natürlich. Der Islam hat eindeutig als kriegerische Bewegung die Bühne der Weltgeschichte betreten. Mohammeds Wirklichkeit war eben die Stammesgesellschaft. Und daraus erwuchs der große Widerspruch seines Lebens: Der Koran verkündet eine allgemein menschliche, universalreligiöse Botschaft – aber in der Praxis kämpfte Mohammed um Einfluss für sich und seine Sippe. Für die vielen armen, rechtlosen Bewohner Mekkas, die mit ihm sympathisierten, hat er sich kaum interessiert. Alles, was Mohammed tat, war mit dem Aspekt von Herrschaft verknüpft. Ihm ging es immer auch um Macht.

 

Das ist alles sehr desillusionierend. Welche Illusionen hatten Sie denn?

Dass vielleicht Mohammeds Urgemeinde als Ideal gelten könnte – für einen demokratischen, freiheitlichen Islam. Als ein Ideal, auf das sich heutige Muslime besinnen könnten. Aber genau diese Auffassung ist ja das Problem! Das Ideal zu Lebzeiten Mohammeds war Folgendes: Er sei als Politiker und Heerführer in jeder einzelnen Handlung gottgeleitet gewesen. Nach seinem Tod fragten sich die frühen Muslime: Und jetzt? Wie können wir diesem Anspruch noch genügen? So entstand, was ich den „Mohammedglauben“ nenne – die Gelehrten übernahmen die Macht über die Biografie des Propheten. Sie legten Regeln für das Zusammenleben fest, eine juristische Ordnung… die Scharia… und begründeten alles mit Mohammeds angeblichen Worten und Taten: mit dem „Ideal“ einer medinensischen Urgemeinde. Bis heute trägt der sunnitische Mehrheitsislam, die erfolgreichste theokratische Herrschaftsform aller Zeiten, an dieser Last: Erholt sich aus Mohammeds Vita keine Anregungen, sondern Anweisungen. Man sollte aber endlich einsehen, dass sich moderne Institutionen nicht mit 1400 Jahre alten Vorgängen legitimieren lassen.

 

Gibt es keinen Ausweg aus diesem Dilemma?

Manche Gelehrte haben gesagt: „Es hat Allah gefallen, seine Botschaft zu einer bestimmten Zeit herabzusenden. Jetzt leben wir aber in einer anderen Zeit. Wir müssen zusehen, dass wir diese Botschaft für unsere Gegenwart fruchtbar machen – eine Botschaft, die jeder vernünftige Mensch auch ohne Bezug auf Mohammed als wahr erkennen kann.“ Das ist der islamische Rationalismus – leider war er schon im späten 10. Jahrhundert erledigt.

 

Und von den Abertausenden muslimischen Gelehrten heute knüpft niemand mehr daran an?
Nur ganz wenige versuchen so etwas. Eine solche Auffassung können Sie in vielen Ländern der islamischen Welt schlichtweg nicht vertreten. Weil die Gelehrten dort genau wissen, dass sie damit an dem Ast sägen würden, auf dem sie sitzen.

Falls die Theologen Ihre Forschungen, Herr Professor Nagel, wahrnehmen…

…ach, dann werden die sicherlich entsetzt sein. Schade. Denn meine historisch-kritische Methode verträgt sich gut mit dem islamischen Rationalismus. Zu dessen Einsichten müsste man zurückfinden – müsste das Leben des Mohammed „nur“ als Mahnung sehen, sich über eine gottgefällige Regelung des Diesseits mit Hinführung zu einem glücklichen Jenseits Gedanken zu machen. Das wäre ein radikaler Neuanfang, gewiss. Aber war nicht auch Mohammeds Botschaft in seiner Zeit, für seine Mitmenschen etwas unerhört Neues?

 

One thought on “Wie Mohammed den Islam erfand?

  1. Pingback: Religion des Krieges? : TRANSATLANTIC FORUM

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s