Böss wieder ganz bös!


Der Dude hat Gideon Böss zitiert. Der beklagt sich über den Antisemitismus bei Muslimen, so ganz pauschal. Natürlich mit der Bemerkung, das er für jede Einschränkung dankbar ist. Einschränkungen gibt es viele! Sie kommen leider nicht sehr oft vor. Und es ist wirklich an der Zeit, dieses Thema anzugehen. Es gibt eine Initiative auf die ich hinweisen möchte und der ich viel viel Erfolg wünsche, nämlich der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus.

Aus eigener Erfahrung weiß ich sehr gut, dass viele Muslime dem Nichtwissen zum Opfer fallen. Auch kursieren eine Menge antisemitischer Schriften, die sich einer gefährlichen Beliebtheit erfreuen. Böss und andere sind mit ihren Hinweisen und oft auch sehr polemischen Spitzen zwar nicht ganz im Unrecht, allerdings verfehlt es die Wirkung.  Und zwar bei denen, die noch was dazulernen könnten und sich nicht bei der kritischen Artikeln sofort wegdrehen.  Wenn man versucht Broder zu kopieren, erreicht man zwar die sprachliche Distinktion und gefällt sich in der Pose des Tabubrechers, aber es wird höchsten zur Szenebeliebheit reichen und nicht der Offenlegung von falschem Bewußtsein. Es gibt sehr gute Beispiele, wie man aus einer islamischen Binnensicht den Antisemitismus angehen und eine kritische Sicht auf die eigene Geschichte entwickeln kann und nicht wie jeder hergelaufene Fundi sich aus dem Koran dass rausholt was gerade einem passt. Im Endeffekt ist das Islam das was die Muslime darauß machen.

2 thoughts on “Böss wieder ganz bös!

  1. Das klingt ja ganz nett, Antisemitismus im Lehrplan und so, aber ohne die 20-jährige Vorarbeit durch Henryk Broder und die daraus entstehende Aufmerksamkeit und Schärfung des Problembewusstseins wären solche Initiativen heute gar nicht denkbar.

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  2. Leider geht es der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus so wie vielen anderen Projekten: Es gibt keine zuverlässige kontinuierliche Förderung. Übrigens werden sie übermorgen eine Ausstellung eröffnen:
    „Warum bist du nicht tot?“ – Geschichten jüdischer Menschen in Kreuzberg 1933 – 1945

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