Wolf D. Ahmed Aries über die DIK und warum es uns an so machen Dingen mangelt:

Muslime haben zu keiner Zeit ihrer Geistesgeschichte die Neigung zu einer Hierarchie entwickelt, wozu sie mindestens zweimal die Gelegenheit gehabt hätten: Zum einen nach der Entscheidung in Siffin, als Mu’awija die Macht eines (politischen) Herrschers übernahm, und zum anderen als die türkische Nationalversammlung das Khalifat abschaffte. Der kemalistische Weg in den Staatsislam hatte auch nicht die Konsequenz, dass eine Institution mit verbindlicher Lehrautorität entstand, wenn auch manche davon träumen mögen, dass die DIYANET eine Art Vatikan werden möge. Und manche Europäer meinen, einem nationalen Mufti die gleiche Stellung zuschreiben zu können wie einem christlichen Patriarchen oder dem Papst.

Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit, die Friedrich Wilhelm Graf in seinem Eröffnungsvortrag im März dieses Jahres in München herausarbeitete: Die Muslime haben in ihrer Geistesgeschichte nicht die gleiche Entwicklung wie der Protestantismus des 19. Jahrhundertes durchlaufen: den Weg in die Innerlichkeit. Sie blieben und sind Orthopraktiker. Ihre Diskussionen und Fatwas drehen sich um das Rechte von der Absicht des Handelnden geleitete Verhalten des Gläubigen. Die Theologie, Kalam, spielt im Alltag der Muslime eine nachgeordnete Rolle. Die Tagesordnung der DIK nannte wichtigere Themen: den Schwimmunterricht, die innere Sicherheit, den Religionsunterricht, den Ansprechpartner, die Höhe der Minarette etc.

Hassan Hanafi war ein paar Wochen Gastprofessor unseres Studiengangs. In der Zeit habe ich ausführlich mit ihm über viele Themen diskutiert. Auch über die sogenannte Islamische Linke. Das war eine Sache in Ägypten (und Syrien). Ob sowas geht oder nicht, will ich jetzt nicht diskutieren. Aber auch in der Türkei gibt es so einen Diskurs. Ich begnüge mich mal mit dem Hinweis auf diese Webseite “Müslüman Sol

Und eine kritische Auseinandersetzung durch türkisch Liberale, die sehen das natürlich ganz anders. Im Guardian hat man sich auch schon damit beschäftigt “The making of the Muslim left”

Ich kann mich noch erinner als ein türkischer Soldaten damit geprahlt hatte toten PKK-Kämpfern die Ohre abgeschnitten zu haben. Die hat er dann auf einem Faden aufgereiht. Ob er das erfunden hat um damit anzugeben oder das es stimmt, konnte ich nicht nachvollziehen. Aber das er damit prahlte, hat mich mit Abscheu erfüllt. Aber das ist das Wesen des Militärs. Nicht jeder Soldat ist so, aber das Militaristische führt zu solchen Erscheinungen. Das alles ist mir eingefallen als ich das hier gesehen habe (um den Text auf Haaretz zu lesen, einfach auf das Bild klicken):

Aber alles nötige hat damals Kurt Tucholsky schon gesagt…

Der Aufhänger ist eine Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz. Mehr dazu hier. Was mir da aufgefallen ist die jüdische Position in der Schweiz zu dieser Initiative:

Gerade aus jüdischer Sicht ist somit die offizielle Haltung des SIG durchaus zu verstehen. Die Schreckenszeit des Holocausts und das Prinzip “nie wieder” spielt auch hierbei ein wichtiger Hintergedanke. Dabei ist jedoch nicht nur das jüdische Volk gemeint, sondern das Prinzip soll vielmehr auf die ganze Weltbevölkerung angewandt werden. Der Seismograph jüdischer Öffentlichkeit, der seit dem zweiten Weltkrieg auf Ausgrenzungstendenzen und Fremdenfeindlichkeit stark anfällig ist soll auch anfällig bleiben. Er ist zu einem wichtigen Instrument geworden, das Tendenzen in Richtung Ausgrenzung und Rassismus früh zu erkennen vermag.

Soviel Grundsätzlichkeit und Prinzipientreue erwarte ich hier in Deutschland auch von vielen Muslimen. Gerade da wo man sich oft zurecht beklagt, sollte es nicht nur um sich selbst alles drehen auch die Mißstände anderer Menschen und Gruppen in den Blick nehmen. Es ist allzu bequem sich in der Opferrolle zu suhlen. Aber ich muss sagen es gibt Fortschritte, aber es ist nicht genug. Ich denke auch deutsche Juden können sich daran ein Beispiel, ich will nicht pauschalisieren, aber ich habe desöfteren mal eine jüdische Stimme vermisst zu gewissen Brennpunkten. Aprops Moschee, hier mal was amüsantes dazu.

Dazu hier:

Für das Sommersemester 2009 ist wieder eine Ringvorlesung geplant, die aufgrund des gewählten Themas konzeptionell neben reinen Vorlesungen um Erwiderungen und Podiumsdiskussionen erweitert wurde. Unter dem Titel „Authentizitäts- und Autoritätsfrage im Islam“ sollen sozio-politische, religionsgemeinschaftliche und akademisch-universitäre Rahmenbedingungen, Möglichkeiten, Grenzen und Zukunftsperspektiven einer islamischen Theologie in Deutschland interdisziplinär behandelt werden. Das zentrale Augenmerk wird sich schließlich auf die institutionellen Etablierungschancen der islamischen Theologie an deutschen Universitäten richten.Unser Vorhaben geht von der Prämisse aus, dass die Muslime in Deutschland ihre eigene Theologie im europäischen und deutschen Kontext entwickeln und etablieren müssen. Dafür sind u.a. und vor allem institutionelle Etablierung in akademisch-universitären Einrichtungen notwendig. In diesem Zusammenhang wird die eigene Erfahrung in Frankfurt und werden andere Lehrstühle an deutschen Universitäten, die sich in Anfangsstadien befinden, auch kritisch reflektiert.Wir betrachten allerdings die Hauptfragestellung, nämlich die „Authentizitäts- und Autoritätsfrage im Islam“, für diese in diesem historisch-geographischen Kontext gestellten Fragen zentral. Aus zweifacher Hinsicht scheint diese Fragestellung ausschlaggebend zu sein: Erstens die universitäre Einbindung der Theologie im deutschen Kontext unter kirchenrechtlichen Prämissen und zweitens die Vertretungsfrage der Muslime unter der Prämisse des religionsgemeinschaftlichen Anspruchs der muslimischen Organisationen.

Ganz in der Tradition der vergangenen Ringvorlesungen und Tagungen wurden auch diesmal kundige Gesprächspartner eingeladen, aus ihren Erfahrungen und Kenntnissen zu lernen, den eigenen Horizont zu erweitern und schließlich zur „institutionell-akademischen Einbürgerung des Islam“ einen bescheidenen Beitrag zu leisten.

Alle Termine: Di 18:00 – 20:00
Ort: Campus Westend, NG 1.741a
Veranstalter: Prof. Dr. Ömer Özsoy

5. Mai 2009
Vortrag: Die Frage der religiösen Autorität im Islam im Spannungsfeld zwischen politischen, wissenschaftlichen und kirchlichen Authentizitätsansprüchen
Prof. Dr. Hassan Hanafi, Philosophie, Gastprofessor an der Goethe Universität Frankfurt

19. Mai 2009
Vortrag: Islamisch-theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten? Voraussetzungen und Gestaltungsmöglichkeiten aus religionsverfassungsrechtlicher Sicht
Prof. Dr. Heinrich de Wall, Kirchenrecht, Staats- und Verwaltungsrecht, Universität Erlangen-Nürnberg

26. Mai 2009
Podium: Institutionalisierung des Islam: Der lange Weg nach der Islamischen Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts
Moderation: Ertugrul Sahin, Stiftungsprofessur für Islamische Religion, Universität Frankfurt
Diskutanten:
Bekir Alboga, DITIB
Aiman A. Mazyek, ZMD
Mustafa Yeneroglu, IGMG
Abu Bakr Rieger, Islamische Zeitung

2. Juni 2009
Vortrag: Deutsche Islamkonferenz und Vertretungsfrage der Muslime in Deutschland
Gabriel Goltz, Islamreferent, Bundesministerium des Innern

9. Juni 2009
Vortrag: Rückkehr des Religiösen und Auftritt des Islamischen in den öffentlichen Raum der westlichen Demokratien
Prof. Dr. Udo Steinbach, Orientalistik, Zentrum für Nah- und Mitteloststudien der Philipps-Universität Marburg

16. Juni 2009
Vortrag: Religion und Methode: Modellvorstellung einer theologisch fundierten muslimischen Vertretung
Dr. Hasan Karaca, Soziologie, Forschungszentrum für Religion und Gesellschaft

23. Juni 2009
Podium: Institutionalisierung der Islamischen Theologie an der Universität: Möglichkeiten und Grenzen

Moderation: Stefan Toepfer, Journalist, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Diskutanten:
Heinz-Wilhelm Brockmann, Staatssekretär, Hessisches Kultusministerium
Prof. Dr. Ömer Özsoy, Islamische Religion, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Bülent Ucar, Islamische Religionspädagogik, Universität Osnabrück

30. Juni 2009
Podium: Islamische Theologie als Ansprech- und Kooperationspartner der etablierten Kultur- und Islamwissenschaften

Moderation: Dr. Bekim Agai, Islamwissenschaft, Universität Halle-​Wittenberg
Diskutanten:
Prof. Dr. Stefan Schreiner, Religionswissenschaft, Judaistik, Eberhard Karls Universität Tübingen
Prof. Dr. Rotraud Wielandt, Islamkunde, Arabistik, Universität Bamberg
Prof. Dr. Hans Daiber, Islamwissenschaft, Universität Frankfurt

7. Juli 2009
Podium: Frankfurter Perspektiven: Islamische Theologie als Ansprech- und Kooperationspartner der Philosophie und etablierten Theologien

Moderation: Prof. Dr. Abdullah Takim, Islamische Religion, Universität Frankfurt
Diskutanten:
Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Philosophie, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Hans-Günter Heimbrock, Evangelische Theologie, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Thomas Schmidt, Katholische Theologie, Universität Frankfurt

Endlich! Einfach auf die Seite gehen und stöbern:

Kritik der arabischen Vernunft

Kritik der arabischen Vernunft I
Die Genese der arabischen Vernunft

Hardcover, ca. 340 Seiten
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ISBN 978-3-9812879-5-0
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Kritik der arabischen Vernunft II
Die Struktur der arabischen Vernunft

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Kritik der arabischen Vernunft III
Die politische arabische Vernunft

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Kritik der arabischen Vernunft IV
Die praktische arabische Vernunft

Hardcover, ca. 350 Seiten
€24,40 [D] €25,90 [A] sFr 38,60[CH]
ISBN 978-3-9812879-9-8

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Es wird zum Vortrag eingeladen am 27.03.09 in der Uni Wie

Es wird zum Vortrag eingeladen am 27.03.09 in der Uni Wien

Mehr Informationen hier.

Während es schon Schulbücher (hier und hier) für den islamischen Religionsunterricht gibt, kann man das für Islam-Lehrstühle nicht behaupten. Warum sollte es überhaupt sowas geben? Diese Frage stelle ich mir schon seit einiger Zeit. Erst als ich heute die Rezension von Kathrin Klausing in der Islamischen Zeitung über die neue Einführung von Peter Heine gelesen hatte, besteht konkreter Handlungsbedarf für mich. Aber es gibt doch eine immense islamwissenschaftliche Literatur, reicht die nicht? Um nicht falsch verstanden zu werden, ich selber nutze diese im Unterricht in der Uni und schätze es auch. Vieles von dem ist sehr gut verwertbar, und überhaupt stellen sie einen bestimmten Stand der Wissenschaft dar, den es zu beachten gilt. Und ganz ehrlich, manchmal sind die etwas nüchtern geschriebenen islamwissenschaftlichen Texte oft besser als welche aus muslimischer Hand, die man sich oft einfach runterladen kann. Also zumindest sollte es auch für Islam-Lehrstühle wichtig sein, diese schon vorhandene Literatur zu kennen.

Und trotzdem bedarf es meiner Meinung nach Bücher, Sammelwerke und Einführungen, die nicht dezidiert islamwissenschaftlich sein oder darüberhinausgehen sollten. Eine islam-theologische Literatur eben. Ich muss dazu sagen, das so eine Literatur sich von Beispielen aus der Türkei und anderen islamischen Ländern unterscheiden wird. Es nützt also nichts, einfach Literatur aus anderen Ländern zu kopieren, auch wenn es in Einzelfällen nichts dagegen spricht. Wie kann konkret so ein Bedarf in Deutschland abgedeckt werden? Oft entstehen aus Manuskripten oder Readern Bücher. Wer kennt das nicht? Man stellt sich oft einen Ordner voller Texte zusammen, der im Seminar abgearbeitet wird und sich bewährt. Bestimmte Manuskripte oder Reader erweisen sich sehr nützlich, man überarbeitet sie immer wieder oder fügt ihnen neue Sachen hinzu. Aus so einer Praxis können dann Bücher entstehen. Für die Islam-Ausbildung an Unis ist es notwendig neben der islamwissenschaftlichen/orientalistischen Literatur, welche aus islamischer Sicht (die natürlich auch nicht homogen ist) anzubieten. Konkret habe ich manchmal Probleme geeignete Texte und Literatur für Erstsemester zu finden, dazu noch auf Deutsch. Es kursieren im Internet viele islamische Texte auf Deutsch, aber nicht sehr wissenschaftlich aufgearbeitet und ungeeignet für ein Seminar in der Uni, weil sie sehr tendenziös oder ideologisch verzerrt sind. Sie entsprechen oft kaum formaler und inhaltlichen Kritierien wissenschaftlichen Arbeitens.

Ich selber spiele mit dem Gedanken eine Einführung in die Themen Hadith oder/und Koran zu erstellen. Das kann als Sammelband konzipiert werden oder als eigenständiges Buch. Und durchaus kann der ein oder andere Text aus islamwissenschaftlicher Sicht enthalten sein. Es gibt sehr gute Texte, die doch manchmal besser sind als jede andere muslimische Einführung.  Der Stand der islamwissenschaftlichen Literatur sollte abgebildet aber auch eigene Akzente gesetzt werden.  Wenn der ein oder ander islamischer Wissenschaftler mir Literatur (auf Deutsch) empfehlen möchte (besonders zum Thema Hadith(wissenschaft)), kanns mir ja mitteilen :-)

Und überhaupt die ein oder andere Meinung dazu würde mich schon interessieren.

…sagt uns der liberale Verfassungsrechtler Mustafa Erdogan in seiner heutigen Kolumne, lesenswert:

Yeni anayasa ihtiyacı

Yeni ve “sivil” bir anayasanın ülkemizin acil bir ihtiyacı olduğu epey bir zamandır konuşuluyor. Başbakan da geçen hafta bu konuya temas ederek, “sivil anayasa”nın Nisan’da yeniden gündeme getirileceğini söyledi. Yeni bir anayasaya olan ihtiyaç konusunda yaygın bir toplumsal destek olduğu da görülüyor.

Bu kanaatte olanlar sadece kabaca liberal-demokrat diyebileceğimiz aydınlardan oluşmuyor; iktidar partisine destek veren seçmen tabanı yanında, başka partilerin seçmenlerinin bir kısmı ve kimi partisizler de bu gruba dahil. Ayrıca, DTP’nin ve genel olarak Kürtlerin yeni bir anayasa girişimini destekleyeceklerini umabiliriz. Bu yaygın toplumsal desteğe rağmen, muhtemel bir sivil anayasa girişimine karşı hatırı sayılır bir muhalefet potansiyeli bulunduğu da açık.

Nitekim, daha önceki Özbudun heyeti taslağına karşı güçlü bir direniş gösterilmiş olduğunu herkes hatırlayacaktır. O kadar ki, statüko güçlerinin ve sistem içindeki konumlarını statükonun değişmezliğine bağlı gören kesimlerin bu direnişi söz konusu “sivil anayasa” girişiminin akamete uğratılmasını sağlayabilmişti. Şüphesiz, izlediği yöntemin eleştiriye açık olmasının da etkisiyle, AKP’nin kendi başladığı işten kolayca caymasının da bunda rolü var.

Bunları hatırlatmamın nedeni, “sivil anayasa” girişiminin yeniden canlandırılmasının karşı karşıya kalması muhtemel temel bir zorluğa dikkat çekmektir. Peki ama bu zorluk yeni anayasa meselesini tamamen gündemimizden çıkarmamızı gerektirir mi? Bana göre gerektirmez, aksine tam da bu nedenle sivil anayasa Türkiye için fevkaláde acil bir ihtiyaçtır.

Türkiye’nin liberal-demokratik ilke, kural ve kurumları somutlaştıracak yeni bir anayasaya gerçekten de ihtiyacı var. Çünkü:

1. Türkiye’deki cari rejime hakim olan, bir yandan halka öbür yandan da “hukuk”a dayanan liberal-demokratik bir meşruluk anlayışı değildir. Bu rejimin ana meşruluk referansı resmi ideolojidir. Ne var ki, bu Türkiye için de facto bir durum olmanın ötesinde, aynı zamanda “anayasal” dayanağı da olan bir durumdur. Onun içindir ki, siyasi rejimin meşruluğunu sadece halka ve evrensel hukuka dayandıracak yeni bir anayasaya acilen ihtiyacımız var.

2. Türkiye’nin rejim sorunlarının neredeyse tamamı bu “ideolojik anayasa” anlayışından kaynaklanmaktadır. Son birkaç yılda yaşadıklarımızın da tekraren teyit ettiği gibi, özgürleşme ve demokratikleşme yönündeki her açılıma gösterilen -ve sonunda başarılı da olan- direniş en büyük gücünü resmi ideolojiye yaptığı atıftan almaktadır. Bunun, “Atatürkçülük” veya “Kemalizm” olarak ifade edilen bu ideolojiye yapılan atfın samimi olup olmamasıyla veya “Atatürkçü düşünce sistemi”nin doğru anlaşılıp anlaşılmamasıyla da ilgisi yoktur. Mesele, devlet ideolojisinin sorgulanamazlığının statükonun değişmezliğini garanti etme peşinde olanlara dokunulmazlık sağlıyor olmasıdır.

3. Cari rejimin, sözde çoğulculuğun gereğiymiş gibi takdim edilen ama aslında vesayetçi anlayışın bir yansıması olan kimi kurumlarının da temel dayanağı aynı resmi ideolojidir. Bu kurumlar demokratik sürece vesayet etme cüretini gösterebildikleri her durumda bu tutumlarını resmi ideolojiye atıfla meşrulaştırmaktadırlar. Keza, resmi ideolojiyle bütünleşmiş korporatist felsefe de kimi örgütlü kesimlerin her türlü değişim talebine karşı “Devlet” -yani, statüko- etrafında kenetlenmelerini kolaylaştırmaktadır.

Sonuç olarak, şimdiye kadar müteaddit defalar dile getirilmiş olan ve akla gelebilecek başka nedenler bir yana, sırf bu belirttiğim nedenler bile Türkiye’nin yeni anayasa ihtiyacının sahici bir ihtiyaç olduğunu göstermeye yeter.

Lesenswert: Jeder nach seiner Façon: Die Toleranz und das liberale Credo

Eine tolerante Gesellschaft ist, um mit dem Preußenkönig Friedrich dem Großen zu sprechen, eine Gesellschaft, in der tatsächlich jeder nach seiner Facon selig werden kann. Und zwar unabhängig davon, ob der gewählte Weg dem „bösen Nachbarn“ oder der Obrigkeit gefällt oder nicht.

Eigentlich doch trivial für Liberale, oder?

Ein Projekt, an das man sich wieder mal erinnern sollte:

Die (erneute) Inblicknahme des jüdisch-arabischen Kultur- und Gesprächsraums möchte der Judaistik und Islamwissenschaft, der religions- und literaturwissenschaftlichen Forschung, vor allem aber den kulturkritischen Diskussionen innerhalb der jüdischen und islamischen Welt Anstöße geben. Schon die bisher selten mögliche, persönliche Begegnung von Wissenschaftlern aus der jüdischen und islamischen Welt wäre die Anstrengung des hier skizzierten Projektes wert: Kritische, in ihrer Heimat durchaus umstrittene Intellektuelle und Theologen könnten hier den inhaltlichen Rahmen für eine gemeinsame Arbeit finden, für die es im Nahen Osten zur Zeit keinen Ort gibt. Berlin erscheint hierfür in besonderer Weise geeignet: Hier ließe sich eine Plattform des arabisch-jüdischen Gesprächs schaffen, das die europäisch-christliche Tradition als Teil seines eigenen Erbes einbezöge und nicht nur auf den Nahen und Mittleren Osten ausstrahlte, sondern auch auf Europa und die Vereinigten Staaten, die heute in vielen Feldern der Judaistik und Islamwissenschaft führend sind. Für die philosophische Diskussion der Hermeneutik in Deutschland, die unter griechisch-christlichen Vorzeichen geführt wird, wäre diese Art von Inblicknahme der jüdischen und islamischen literarischen Traditionen eine einzigartige Bereicherung, die sich auf lange Sicht in den akademischen Disziplinen der Philosophie, der Literaturwissenschaft und den Geisteswissenschaften allgemein niederschlagen könnte. Ein längerfristiges Ziel des Projekts zur islamischen und jüdischen Hermeneutik am Wissenschaftskolleg zu Berlin wäre die Integration eben dieser Traditionen in die Curricula der Kultur- und Geisteswissenschaften an den deutschsprachigen Universitäten.

Israel hat gewählt. Wie zu erwarten, gab es einen mächtigen Rutsch nach Rechts. Auswertungen, welche Konsequenzen das haben kann, werden auch schon angestellt. Zwar hat Kadima einen ganz leichten Vorsprung, aber es sieht so aus, als würden die Rechten das Rennen machen und die Regierung gründen. Wie das auch immer aussieht. Dabei ist eine Gestalt immer mehr in den Vordergrund getreten: Avigdor Lieberman. Ein sehr problematischer Typ. Ich habe gegrübelt, wie ich diesen Typen beschreiben könnte. Zuerst sind mir die türkischen Grauen Wölfe eingefallen, also deren Partei MHP, die auch schon Regierungsverantwortung hatte. Aber schlußendlich denke ich Liebermans Partie könnte als eine jüdische NPD bezeichnet werden. Faschistisch ist hier das Wort der Stunde. Was sagt das über Israels Demokratie aus? Wir dürfen uns nicht wundern, das angesicht der prekären Lage solche Gestalten Zulauf finden. Das ist schon fast ein universelles Gesetz. Außerdem gibt es solche Tendenzen, mehr oder weniger, fast überall. Schlimm wird es, wenn sich solche Bewegungen verankern und eine Atmosphäre der Intoleranz erzeugen. Das fängt damit an und geht bis zum offenen Rassismus, der sich auch in Aktion setzt. Der Abbau von Grundrechten, besonders von Minderheiten, Andersdenkenden usw. Gaza hat die Hamas gewählt, warum soll der israelische Bürger nicht Lieberman wählen? Ob das am Ende was gutes hervorbringt, wir werden sehen. Meinem Verständnis nach muss eine Demokratie auch ihre Feinde aushalten.

Die Liberalen und der Liberalismus in der Türkei werden zuwenig thematisiert. Meist geht es um Kemalisten, Islamisten, Nationalisten und Sozialisten. Ich habe keinen totalen Überblick über die Blogsphäre, aber mir ist bis jetzt keine Auseinandersetzung mit dieser Zunft bekannt. Mir fallen zu allererst die türkische Liberale Partei (engl.)ein. Noch bekannter sind Persönlichkeit aus den Medien und Akademiker. Bekannt sind vor allem der Verfassungrechtler Mustafa Erdogan und Atilla Yayla. Das The Association for Liberal Thinking (Liberal Düşünce Topluluğu in Türkisch) ist eine sehr bekannte Organisation, die sich für den Erhalt und Weiterentwicklung des Liberalismus und liberalen Demokratie widmet. Aufgefallen sind mir vollem bestimmt Webseiten, die liberal sind. Da wären 3H Hareketi (türk.), Derin Düşünce und Genç Siviller.

Obwohl diese Anschauung in der Minderheit ist, beeinflusst sie doch andere politische Gruppen. Z.b türkisch-islamische Gruppen. Dazu gibt es hier einen interessanten Text. Und diesen hier über die Geschichte des Liberalismus in der Türkei.