Die Nokta-Affäre? Türkische Zeitschrift unter Druck


Wegen dem Cover (links) der 18. Ausgabe des Politjournals Nokta hat die türkische Polizei heute um 01.30h die Redaktionsräume besetzt und durchsucht. Die Auslieferung der Ausgabe wurde gestoppt und verboten, alle Ausgabe sollen eingesammelt werden. Chefredakteur Cevheri Güven hat es über Twitter bekanntgegeben.

Update 1: (14.30h) Es gab eine zweite Razzia bei der türkischen Zeitschrift NOKTA. Der Chefredakteur Murat Çapan wurde verhaftet.

Update 2: (18.20) Murat Çapan wurde entlassen.

Das Cover ist dem „Blair selfie“ Cover (rechts) des Guardians nachempfunden, das dafür Auszeichnungen bekommen hat. (→ The Tony Blair ’selfie‘ Photo Op will have a place in history)

erdoganBlair

Die Zeitschrift wurde das erste mal 2007 vom türkischen Militär aufgesucht und danach geschlossen.

Die Zeitschrift ist für seine mutigen Covers bekannt. 1994 hatte Nokta den Präsidenten Özal aufs Cover (Mitte) gebracht. Ihm wäre im Traum nicht eingefallen, gegen die Zeitschrift vorzugehen. Es ist sogar bekannt, das er alle kritischen Karikaturen und Cover über ihn einrahmen ließ und bei offiziellen Empfängen ausländischen Diplomaten zeigte und sich darüber amüsierte.

Özal

Eine Eigenschaft die bei seinem jetzigen Nachfolger nicht vorhanden ist. Im Gegenteil, in den letzten 6 Monaten wurde über 100 mal wegen Präsidentenbeleidigung ermittel und 8 Verhaftungen hat es bis jetzt gegeben. Erst neulich gab es ein Verfahren gegen einen 17 jährigen Schüler, der zu 11 Monate und 20 Tagen Haft verurteilt wurde. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Andere Verfahren laufen noch.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s