„Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“


Wie zu erwarten war, hat sich der Papst durch die Verwendung des Begriff „Völkermord“ an den Armeniern im Jahre 1915 im Osmanischen Reichen den Zorn der türkischen Regierung auf sich gezogen. Die regiert in dieser Angelegenheit sehr dünnhäutig. Das liegt auch wohl daran, das es um die Türkei immer enger wird. Der Großteil der Historiker in der Welt und auch eine nicht unbeachtliche Zahl in der Türkei hinterfragen diese Teil der Geschichte und äußern immer mutiger ihre Meinung dahingehend.

Während der Genozid an den Juden in der BRD anerkannt und in Geschichtsbüchern zu finden ist (von den zahlreichen Sendungen im Fernsehen brauchen wir nicht sprechen), ist es in der Türkei anders. Noch vor Jahrzehnten gab es eine komplette Ablehnung, heute sieht es heute schon besser aus. Das liegt natürlich auch an den zahlreichen Quellen, die bis jetzt aufgearbeitet worden sind. Darin sind auch viele Quellen enthalten, die auch eine Mitschuld von Deutschen belegen. Die BRD allerdings benutzt das Word „Völkermord“ nicht um es sich mit der Türkei nicht zu verscherzen. Aus diesem Grund haben viele Wissenschaftler sogar einen Offenen Brief unter dem Titel Keine Relativierung des Genozids an den Armeniernunterzeichnet, der an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags gerichtet ist.

Für alle Nicht-Experten möchte ich eine Auswahl an Büchern auflisten, die sich in der Beschäftigung zum Thema bei mir angesammelt hat. Ich bin kein Historiker und Experte was diesen Teil der Geschichte betrifft, aber ich lese darüber und mache mir ein Bild davon:

One thought on “„Wer redet denn heute noch von der Vernichtung der Armenier?“

  1. Laut Definition von Wikipedia ist Völkermord durch die spezielle Absicht gekennzeichnet, auf direkte oder indirekte Weise „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“.
    Diese Kennzeichnung, die im Falle der unter den Nazis unpassenderweise als „Holocaust“ bezeichneten Judenvernichtung zutrifft, ist im Falle der Vernichtung der großen Zahl von Armeniern im Osmanischen Reich – meines Wissens – nicht nachweisbar, weswegen man hier mit der Bezeichnung „Völkermord“ vorsichtig sein sollte. Die osmanische Kriegsführung sah in der in den Grenzgebieten zum russischen Zarenreich lebenden christlichen Armeniern eine Gefahr, da man diesen zutraute, mit dem Feind zu sympatisieren und ihn zu unterstützen. Daher deportierte man sie in andere Teile des Osmanischen Reiches – und so gibt bspw. in Jordanien heute noch eine armenische Minderheit. Allerdings starben sehr viele – oder die meisten – der Deportierten unterwegs auf Grund der dabei waltenden Umstände und der unmenschlichen Behandlung durch die mit der Deportation Beauftragten. Ob dies absichtlich geschah, ist jedoch fraglich.
    Wir haben in der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg unter dem Stalinregime ähnliche Fälle, wo nationale Minderheiten mit der Begründung möglicher Gefahr durch Zusammenarbeit mit dem vorrückenden Feind unter unmenschlichen Bedingungen aus ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten in weiter entfernte Gebiete derart deportiert wurden, daß eine sehr große Zahl von ihnen es nicht überlebte. Liegt in diesen Fällen die Absicht der Ausrottung vor, oder handelt es sich nur um Gleichgültigkeit und Unfähigkeit im Umgang mit menschlichen Wesen bei der Ausführung erteilter Befehle? Hatten Stalin und seine Leute die Absicht, den Vorsatz, bspw. die Tschetschenen auszurotten und dies mit einer Deportation zu verschleiern, oder tatsächlich nur die Absicht, sie wegen des Verdachts, sie könnten mit den vorrückenden Deutschen sympathisieren und zusammenarbeiten, in andere Gegenden des Sowjetreichs zu deportieren, wobei die Deportation wegen fehlender Planung, unzureichender Mittel, Gleichgültigkeit und mangelnder Qualifikation der Ausführenden zu einem „Völkermord“ wurde?
    Es sollte jedoch nicht übersehen werden, daß die Hemmschwelle bei den osmanischen Türken hinsichtlich ihres Umgangs mit den Armeniern durch Vorurteile anscheinend sehr herabgesetzt war. So finden wir in einem türkischen Märchen das Motiv von Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“, wo der grausame Geldverleiher nicht ein Jude, sondern ein armenischer Christ, und das Opfer nicht ein christlicher Kaufmann, sondern ein unerfahrener muslimischer Türke ist (Elsa Sophia von Kamphoevener, An Nachtfeuern der Karawan-Serail, Märchen und Geschichten alttürkischer Nomaden, Rowohlt Verlag, 1975, Bd. II, S. 113 „Das Gebet des Kadi“).

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