Nach den Anschlägen von Paris – Über religiösen Fanatismus und die Zivilisierung von Religion


Freiburger Religionsgespräche:
29.01.2015, Mit Georg Esse (Bochum), Christian Geyer (FAZ, Frankfurt), Reinhard Schulze (Bern), Magnus Striet (Freiburg)

weiterführend:
1. Der Islam und seine Agressionsprobleme? Die Gelehrten streiten sich http://wp.me/peKzW-2KV
2. Monotheismus Revisited! http://wp.me/peKzW-37u
3. Muslimische Quellen gegen den Terrorismus http://wp.me/peKzW-2C6
4. Salafismus ante portas: Materialsammlung http://wp.me/peKzW-2v1
5. Kontroverse zum Islam und Koran / Koran controversy http://wp.me/peKzW-i
6. Studien zur Migration, Islam, Muslime http://wp.me/peKzW-kx

One thought on “Nach den Anschlägen von Paris – Über religiösen Fanatismus und die Zivilisierung von Religion

  1. Hier sprechen wieder einmal besserwisserische Nichtmuslime über den Islam und dessen Anhänger, anstatt mit kompetenten Muslimen als Gesprächspartnern. Der Theologe Georg Esse scheint noch am meisten Ahnung vom Islam zu haben, aber auch ihm fehlt es an detailliertem Sachwissen. Diese nichtmuslimischen christlichen Theologen und „Islamwissenschaftler“ gehen anscheinend von der falschen Voraussetzung aus, man könne eine gewaltfreie Welt schaffen. Das ist jedoch eine Illusion! Es wird immer Gewalt geben, und es ist die Frage, wie man damit umgeht. In Anbetracht dieser Tatsache fordert der Islam nicht, ganz auf Gewalt zu verzichten und unrealistischerweise die andere Wange auch noch zum Schlag hinzuhalten, sondern hat ganz realistische und praktische Regelungen gebracht, wie mit Gewalt umzugehen ist. Ansonsten verweise ich auf Thomas Bauers Buch „Die Kultur der Ambiguität – eine andere Geschichte des Islams“, worin er zum Schluß kommt, daß die heute zu beobachtende innerislamische Intoleranz und die Gewaltausbrüche eine Reaktion auf den materiellen und kulturellen Kolonialismus des Abendlands sind. Da der Islam mit der wahhabitischen Bewegung gewissermaßen bereits seine „Reformation“ gehabt hat, wäre jetzt eine Gegenreformation erforderlich. Aber die meisten Abendländer, die sich als „Islamexperten“ aufspielen, sind viel zu unwissend, um überhaupt zu begreifen, warum es eigentlich geht, und zu sehr in ihrem geistigen eurozentrischen Käfig gefangen.
    Im Islam hat das Wort „Theologe“ eher eine negative Bedeutung, da damit meist die Vertreter der scholastischen Theologie gemeint sind, die ohne wirkliches Wissen über Gott theorisieren.
    Warum wird stets nur vom Islam gefordert, eine „Aufklärung“ zu durchlaufen, die Gewalt abzulegen oder sich zu reformieren? Warum wird nicht von den Serben, die tausende von Muslimen massakriert haben, gefordert, ihre Religion zu zivilisieren (man vergesse nicht, daß Priester der serbisch-orthodoxen Kirche die Massenmörder vor ihrer Tat segneten)? Warum fordert man nicht, die Religion, der der Kriegsverbrecher George W. Bush angehört, und auf die er sich bei seinen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen berufen hat, müsse sich zivilisieren? Warum sieht man allgemein den Buddhismus als „friedliche“ Religion an, obwohl in Myanmar auch buddhistische Priester zur Verfolgung der muslimischen Rohinga angespornt haben?

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