Universalismus vs. Relativismus?


Philosophie ist eine Bewegung, mit deren Hilfe man sich nicht ohne Anstrengungen und Zögern, nicht ohne Träume und Illusionen von dem freimacht, was für wahr gilt, und nach anderen Spielregeln sucht.

—Michel Foucault

dazu Lemke:

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen der Annahme historisch-kontingenter Wahrheiten und der These, daß es Wahrheit nicht gebe. Daß das eine permanent mit dem anderen gleichgesetzt wird und die These der Geschichtlichkeit der Wahrheit mit der Ablehnung von Wahrheit überhaupt identifiziert wird, ist bereits der Effekt einer ganz bestimmten Wahrheitskonzeption, innerhalb derer sich Wahrheit nur als universale qualifiziert und die alle anderen Konzeptionen von Wahrheit als „relativistisch“ zurückweist, weil sie den von ihr selbst gesetzten Kritierien, Standards und Regeln nicht genügen. Foucaults Kritik richtet sich genau gegen die Zwangswirkungen dieses „Wahrheitsspiels“, das uns scheinbar nur die „Alternative“ zwischen Relativismus und Universalismus läßt, das sich als universal versteht und doch – „in Wahrheit“ – eine historisch-spezifische (und das heißt nicht: relative) Konzeption von Wahrheit präsentiert.

(Thomas Lemke: Relativismus revisited. Foucault, die Genealogie und die. Historie, in: Jungle World 11, 12. März 1998)

dazu auch: Leeres Schlagwort Universalismus. (Lysis)

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