Lesewerk Arabisch und Islam

Nach traditioneller islamischer Überzeugung wurde der Koran Mohammed über 23 Jahre in Teilen offenbart. Demzufolge gibt es im Koran frühe und spätere Teile. Schon seit dem 8. Jahrhundert haben Muslime versucht die Chronologie der Offenbarungen festzulegen. Deren Ergebnisse finden Sie z.B. in den Überschriften über jeder Sura. Dort steht zum Beispiel: „Mekkanisch,“ d.h. offenbart, als der Prophet in Mekka weilte, oder „Medinensisch“: offenbart, als der Prophet schon nach Medina emigriert war. Es geht auch genauer: in größeren Koranausgaben steht in der Überschrift auch: „Offenbart nach der Sura so-und-so“.
Warum war es so wichtig, die chronologische Reihenfolge der Koranoffenbarungen festzulegen? Ein Grund war die Überzeugung, dass spätere Verse ältere abschaffen konnten—der technische Terminus ist „abrogieren“ (*nas, naskh). Das hatte Konsequenzen für das islamische Recht.
Ein einfaches Beispiel. Über das Weintrinken stehen vier Verse im Koran:

  • Und (wir geben euch) von den Früchten der Palmen und Weinstöcke (zu trinken), woraus…

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