Ringvorlesung: „Der Koran: Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“


Ringvorlesung: „Der Koran: Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“

Der Dialog mit dem Koran ist nie verstummt. Heute werden Diskussionen oft polemisch, dogmatisch und ohne Sachkenntnis geführt. Das erschwert den Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, aber auch unter den Muslimen unterschiedlicher Richtungen. Der Koran, der als Gotteswort gilt, das dem Propheten Muhammad zwischen 610 und 632 offenbart wurde, wurde im Laufe der Jahrhunderte fortwährend rezitiert, rezipiert und interpretiert. Er lieferte nicht nur religiöse Normen, sondern beeinflusste auch Rechts- und Wirtschaftsnormen, wirkte in die mystischen Strömungen des Islams hinein und war grundlegend für literarisch-ästhetische Genres in den verschiedenen Islamsprachen.

Die Vorlesungsreihe richtet sich an ein Publikum, das einen Zugang zum Koran bisher überwiegend durch einschlägige Medienberichte oder orientalistische Literatur gefunden hat, aber auch an Muslime, die sich für die vielseitigen Facetten der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Koran interessieren. Diese Reihe will gerade in Frankfurt, wo eine islamische Theologie in Deutschland entsteht, Räume schaffen, um eine gemeinsame wissenschaftliche Sprache zu entwickeln.

Hier finden Sie das ausführliche Programmheft und das Plakat zur Ringvorlesung.

Die Veranstaltungen finden jeweils montags um 18 Uhr im Renate von Metzler-Saal, Casino, Campus Westend (Goethe Universität Frankfurt) statt.

20. Oktober 2014
Hartmut Bobzin, Universität Erlangen-Nürnberg
Das Fremde verstehen: Europäische Koranübersetzungen vom Mittelalter bis heute
(Einführung Ömer Özsoy, Goethe-Universität)

3. November 2014
Angelika Neuwirth, Freie Universität Berlin
Eine epochale Aufgabe: Die Etablierung islamischer Theologie an deutschen Universitäten
(Ausstellung Arabische Kalligraphie, Adel Ibrahim al Sudany)

17. November 2014
Ahmad Milad Karimi, Universität Münster
Der Koran als Kunstwerk? Zur Ästhetik der Offenbarung im Islam
(Mit Koranrezitation von Burak Mercan, Goethe-Universität)

1. Dezember 2014
Podiumsdiskussion
Fair Trade? Korankonformes Business in Zeiten globaler Finanzwirtschaft
Moderation: Mark Chalil Bodenstein, Goethe-Universität
Wirtschaftstheoretisches Statement: Volker Nienhaus, Universität Marburg
Islamwissenschaftliches Statement: Rüdiger Lohlker, Universität Wien

15. Dezember 2014
Enes Karic, Universität Sarajevo
Koran-Übersetzung als Politikum. Die Übertragung (1895) von Mihajlo Mico Ljubibratic

12. Januar 2015
Nicolai Sinai, Universität Oxford
Wie viel Kritik verträgt der Koran? Zum gegenwärtigen Stand der historisch-kritischen Koranforschung

26. Januar 2015
Stefan Wild, Universität Bonn
Viele Wege zum Text? Gespräche zwischen muslimischen Gelehrten und Orientalisten

9. Februar 2015
Podiumsdiskussion
Den Text verstehen. Zeitgenössische Koranhermeneutik in der islamischen Welt
Moderation: Bekim Agai, Goethe-Universität
Sunnitische Zugänge: Rotraud Wielandt, Universität Bamberg
Schiitische Zugänge: Katajun Amirpur, Universität Hamburg

Informationen: Prof. Dr. Bekim Agai, Zentrum für Islamische Studien, Campus Bockenheim,
Tel. (069) 798 32751, agai@em.uni-frankfurt.de
Weitere Informationen: http://www.islamischestudien.uni-frankfurt.de

3 thoughts on “Ringvorlesung: „Der Koran: Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“

  1. solche veranstaltungen bleiben nur für die sog. elite. all jene die zu weit wegwohnen oder sonst wie verhindert sind und nicht dem akademiker kreise angehören haben das nachsehen, und dass in einer video-audio zeit wo man nur über wahabiten und salafisten diskutiert.

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  2. ja, das klingt interessant, aber selbst für jemanden, der seinen aufenthalt in der brd hat, dürfte es schwierig und kostspielig sein, all diese vorlesungen zu besuchen. die „tafsir academy“ der ibn-saud-uni. in riyadh hat einen lehrgang mit vorlesungen, prüfungen, forschungsarbeiten usw. alles nur über internet. wenn man sich vorher anmelden muß, kann die teilnehmerzahl beschränkt bleiben, aber die teilnehmer können sich während der vorlesung schriftlich melden, fragen stellen und bemerkungen äußern. warum sollte derartiges nicht auch in der brd möglich sein? in einer globalisierten welt kommt mir deutschland irgendwie etwas rückständig vor.

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