Die Botschaft des Korans und die Moderne müssen sich also keineswegs widersprechen. Ohnehin sei es so, schreibt Ömer Öszoy, dass sich nur etwa zehn Prozent dessen, was der Koran aussagen will, wirklich in den heiligen Texten finden lasse, der Rest sei vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit interpretationsbedürftig. Deshalb, so der Frankfurter Theologe, müsse man den Koran „als einen Fingerzeig in eine bestimmte Richtung“ deuten. Als einen Wegweiser sozusagen, der eine Orientierung vorgibt, wohin der Weg geht. Problematisch wird es allerdings, wenn die Menschen auf den Finger schauen statt in die Richtung, in die der Finger weist.

 

mehr davon gibt es hier zu hören und zu lesen: Lesarten des Korans, Deutschlandfunk, 23.01.2014