Frauen im Islam – Wie muslimische Feministinnen für Gleichberechtigung streiten


Teil 4: Frauen im Islam – Wie muslimische Feministinnen für Gleichberechtigung streiten

Von Jan Kuhlmann

Frauen als Imame, die das Freitagsgebet leiten, sind eine Seltenheit. Doch immer mehr islamische Feministinnen setzen sich für mehr Gleichberechtigung in ihrer Religion ein. Sie sagen: Der Koran ist nicht frauenfeindlich, er wird nur patriarchal ausgelegt.

 

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  1. Die Beweislage dafür, daß eine Frau das Freitagsgebet leiten dürfe, ist negativ. Dieses Thema wurde seinerzeit in der arabischen BBC diskutiert, mit dem verstorbenen Modernisten Gamal al-Banna und einer muslimischen „Theologin“, wobei letztere die Seite der Ablehnung vertrat. Ihr überzeugendes Argument: Als der Prophet Muhammad – Allah segne ihn und seine Familie und schenke ihnen Wohlergehen – im Sterben lag, sagte er zu seiner Frau ´Ā’ischa: „Gehe hinaus und sage deinem Vater, Abū Bakr, er soll die Leute im Gebet leiten“. Hätte der Prophet ein Zeichen dafür setzen wollen, daß auch Frauen die Muslime im Gemeinschaftgebet leiten können, so wäre diese die beste Möglichkeit dazu gewesen, indem er seine in Sachen der Religion äußerst kenntnisreiche Frau ´Ā’ischa damit beauftragt hätte. Weiterhin hatte er angeordnet, daß im Gemeinschaftsgebet die Männer in den vorderen Reihen stehen sollen und die Frauen in den hintersten mit einem räumlichen Abstand dazwischen, um einen direkten Kontakt zwischen den beiden Geschlechtern zu vermeiden, aber gleichzeitig die Frauen nicht von der Gemeinschaft auszuschließen. In dem von Amina Wadud und den anderen Befürwortern zur Argumentation herangezogenen Fall hatte es der Prophet einer älteren Frau, die den Koran auswendig konnte und anscheinend weiter von der Moschee entfernt wohnte, gestattet, ihre anderen Hausbewohner im Gebet zu leiten. Höchstwahrscheinlich befanden sich unter diesen Hausbewohnern nur Minderjährige, ein Sklavenpaar und ein alter Mann – wie einer der Überlieferer in einer Variante ausdrücklich darauf hinweist – als Gebetsrufer, nicht jedoch erwachsene Männer, denen es nicht schwerfiel, sich in die Moschee zu begeben. Offensichtlich handelte es sich bei diesem Fall um eine Ausnahmeregelung, die man nicht verallgemeinern darf. Zudem haben die Befürworter außer Acht gelassen, daß zwischen dem im Familienkreis und dem in Gemeinschaft in der Moschee verrichteten gewöhnlichen Pflichtgebet ein Unterschied besteht, wie auch wiederum zwischem letzterem und dem Freitagsgebet. Aus den genannten Gründen ist die Schlußfolgerung, daß es im Islam einer Frau gestattet wäre, ein Gemeinschaftsgebet zu leiten, an dem auch Männer teilnehmen, abewegig und zu verwerfen. Ein von einer Frau geleitetes Freitagsgebet ist als ungültig anzusehen.
    Als Gamal al-Banna meinte, es sei doch keine Versuchung, wenn eine in weite Gewänder verhüllte Frau, wie Amina Wadud, vor den Reihen der Männer stehe, um das Gebet zu leiten, wandte der Moderator ein, daß die als Gebetsruferin fungierende und andere Teilnehmerinnen am Gebet ihren Kopf nicht bedeckt hatten und nur Blusen und enganliegende Hosen trugen. Anscheinend geht einigen dieser Modernisten nur darum, im mißbrauchten Namen der Religion „die Sau rauszulassen“ und nicht, den Islam zu reformieren. Damals deckte ein deutscher Nichtmuslim in einem Beitrag auf, daß dieses erste in den USA von einer Frau geleitete Freitagsgebet, unter dem Deckmantel anderer Vereinigungen von einer zionistischen Organisation gefördert worden war, der es anscheinend darum ging, die Muslime zu spalten und unter ihnen Zwietracht zu säen.

    Rabeya Müllers Aussage: „Eine Methode, die man von islamischer Seite aus sehr gut umsetzen kann, ist die Methodik des Fortdenkens im Guten. Was bedeutet, dass der Koran, dadurch, dass er in eine bestimmte Zeit hinein offenbart wurde, eine Tendenz vorgibt, in welche Richtung sich bestimmte Dinge entwickeln sollten. Und es hält uns niemand davon ab, diese Weiterentwicklung auch zu betreiben“ zeugt davon, daß diese islamischen Modernisten den Islam nicht verstanden haben. Der Koran ist zwar zu einer bestimmten Zeit auch in diese hinein geoffenbart worden, besitzt danach jedoch bis zum Tage der Auferstehung Gültigkeit. Der Mensch als fehlbares Wesen mit mangelhaftem Wissen kann Gottes Weisheit im Koran und der Sunna des Propheten nur vermuten, jedoch nicht mit Bestimmtheit sagen, daß das, was er als „im Guten fortdenkt“, von Gott gewollt ist. Wer das tut, dünkt sich – gleich ob er sich dessen bewußt ist oder nicht, ob er es zugibt oder leugnet – klüger als Gott, was im Islam einen großen Frevel darstellt. Wo Gott im Koran als eines der letzten geoffenbarten Worte gesagt hat: „Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet“ (Sure 5, 3), wie kann der Mensch sich da anmaßen, in den von Gott und seinem Propheten festgelegten und den von den frühesten Muslimen als richtig befundenen Dingen der Religion im Guten oder Schlechten „fortdenken“ zu wollen? Was ist, wenn Gott gar nicht will, daß „Imaminnen“ das Freitagsgebet leiten, sondern die Modernisten nur irrtümlich meinen, Er wolle das? Wo ist ihr stichhaltiger Beweis dafür, außer daß sie sich einbilden, Er habe ihnen gestattet, sich auf Grund ihres „Fortdenkens“ das zu erlauben, was sie aus ihrer eigenen Neigung heraus selbst gern haben möchten, was Er ihnen aber nicht ausdrücklich zugestanden hat?

    Zu Rabeya Müllers Äußerung: „Und es hält uns niemand davon ab, diese Weiterentwicklung auch zu betreiben“ bleibt nur zu sagen: Wir haben in der BRD und anderen westlichen Ländern Religionsfreiheit, und es steht jedem frei, eine neue Religion zu begründen, nur sollte er sie dann nicht „Islam“ nennen, da dieser Name bereits vergeben ist.

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