Der Koran. Wie die Reformer das Heilige Buch neu lesen wollen


Der zweite Teil der fünfteiligen Reihe: Eine Religion ringt mit der Moderne von Jan Kuhlmann

Teil 2: Der Koran – Wie die Reformer das Heilige Buch neu lesen wollen

Vom Jan Kuhlmann

Als im 19. Jahrhundert die islamische Reformbewegung aufkam, wandten sich deren Vordenker schnell dem Koran zu. Denn Reform im Islam ist nur mit und nicht gegen den Koran möglich.

hier gehts weiter.

One thought on “Der Koran. Wie die Reformer das Heilige Buch neu lesen wollen

  1. In genialer Weise deutet Dr. Adnan Ibrahim manche Koran-Stellen zu Teil neu und bringt sie in den rechten Zusammenhang. So zeigt er bspw. an der Wortbedeutung auf, daß die anfangs in Medina von den Muslimen praktizierte und ursprünglich von den Juden übernommene Strafe der Steinigung von Ehebrechern und -innen, durch Vers 2 der 24. Sūre an-Nūr aufgehoben und durch hundert Hiebe – sowohl für Verheiratete als auch Unverheiratete – ersetzt worden ist, und weist durch Hadith-Kritik nach, daß nach deren Offenbarung nicht mehr gesteinigt wurde –, was im Widerspruch zur Meinung der traditionellen Gelehrten steht. Seine Argumentation ist jedoch überzeugend. Weiterhin widerlegt er in überzeugender Weise die anscheinend von den Christen übernommene Lehre der Wiederkehr Jesu Christi vor dem Tage der Auferstehung, wobei dieser vom Himmel herabsteigen soll, wofür er sich von den traditionellen Gelehrten die Beschuldigung der Ungläubigkeit einhandelt, diese seine Meinung aber von klassischen Reformern, wie Scheich Muhammad Abduh, dessen Schüler Muhammad Raschid Rida und dem Ägypter Muhammad al-Ghazzali geteilt und gestützt wird. Bei alledem bleibt er jedoch auf dem Boden der islamischen Glaubenslehren und stellt nicht in Frage, daß der Koran Gottes wortwörtlich in arabischer Sprache geoffenbartes Wort ist.
    Dagegen sind „Reformdenker“, wie der Pakistaner Fazlur-Rahman und der Ägypter Nasr Hamid Abu Zaid, Häretiker und Apostaten, da sie mit ihren abwegigen Theorien den Rahmen der islamischen Glaubenslehren verlassen haben. Es wird wohl einige Zeit dauern, bis ihre Spuren verwischt sind, aber der gerade Weg wird umso deutlicher als gerade erkennbar sein, wenn neben ihm krumme Wege ins Abseits führen. Angesichts der zahlreichen deutlichen Hinweise darauf, daß der Koran nur Gottes Wort allein sein kann, mutet die Behauptung, er sei durch einen Diskurs zwischen Mensch und Gott entstanden, wirklich absurd und lächerlich an.

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