Kapitalismus als Erzählung


„Kapitalismus als Narrativ hat die Beziehungen rund um Ware und Profit in eine Erzählstruktur eingewoben, die das, was Marx noch als “Fetisch” bezeichnet hat, längst als Naturgesetz erscheinen lässt. Der Klassiker: “Arbeitgeber” geben “”Arbeitnehmern” die Arbeit; letztere müssten also dankbar sein, weil die guten Eigentümer ihrem Leben einen Sinn geben. Dieses muss man sich schließlich “verdienen”, genau wie das Geld, das die “Arbeitgeber” ihrerseits für ihre “Verantwortung” bekommen und ihr “Risiko”. Ganz gleich welchen dieser Erzählstränge man analysiert, es kommt in der Wirklichkeit stets das Gegenteil dessen heraus, was das Narrativ behauptet. Allein: Es fehlen schon die Worte dazu. Ein “Arbeitgeber” nimmt doch nichts und sein “Arbeitnehmer” kann ihm nichts geben, per definitionem eben.“

(via feysinn)

2 thoughts on “Kapitalismus als Erzählung

  1. … genau auf den Punkt gebracht. Wir leben in einer Zeit der Begriffsverfälschung, den Menschen wird durch die vorsätzlich falsche Anwendung von Begriffen etwas vorgegaukelt.
    Der Arbeitnehmer nimmt doch nichts! Im Gegenteil, er gibt sein Wissen und Können, bzw. seine Arbeitskraft dem sog. Arbeitgeber. Dieser sog. Arbeitgeber erzeugt dann aus diesen „Gaben“ einen Vorteil für sich selbst. Dem sog. Arbeitnehmer gibt er davon nur soviel ab, dass seine Arbeitskraft erhalten bleibt – sehr oft sogar weniger.

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  2. Pingback: Kann man mit der Marktwirtschaft die Umwelt retten? | Serdargunes' Blog

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