„Ich glaube, dass der Islam eine Bedrohung sein sollte“


Farid Esack: Ich habe nichts dagegen, dass der Islam eine Bedrohung ist, denn ich finde, dass die heutige Welt mit einer Supermacht, einer Ideologie und einer Art von Globalisierung keine sehr schoene Welt ist. Ich habe nichts dagegen, dass der Islam Teil einer Bedrohung fuer die „Pax Americana“ ist, fuer den globalen Frieden, der allein auf den Werten der Vereinigten Staaten beruht. Aber ich moechte nicht, dass der Islam die einzige Herausforderung wird. Er sollte eine sein, aber gemeinsam mit anderen internationalistischen Kraeften – mit Menschen, die sich Sorgen machen um die natuerlichen Ressourcen, die globale Erwaermung, die Marginalisierung der Menschen in der Dritten Welt, die Profite der Pharma-Industrie und so weiter. Ja, ich glaube, dass der Islam eine Bedrohung sein sollte. Aber nicht isoliert von anderen. (via DML)

4 thoughts on “„Ich glaube, dass der Islam eine Bedrohung sein sollte“

  1. Tatsächlich sagte Allahs Gesandter – Allah segne ihn und seine Familie und schenke ihnen Wohlergehen: „Mir sind fünf Dinge gegeben worden, die keinem Propheten vor mir gegeben wurden: mir ist durch Furcht der Feinde auf die Entfernung einer Monatsreise zum Sieg geholfen worden. …“ Diese prophetische Überlieferung (Ḥadīṯ) ist von Buḫārī, Muslim u. a. in ihre Ṣaḥīḥ-Sammlungen aufgenommen worden [Buḫārī, Nr. 438; Muslim, Nr. 521] und gilt als authentisch. Da der Prophet Muḥammad – Allah segne ihn und seine Familie und schenke ihnen Wohlergehen –nichts Falsches sagte und keinen Unsinn redete, ist diese seine Aussage die Wahrheit. Ihm und seinen Anhängern wurde damals in der Anfangszeit des Islam u. a. dadurch zum Sieg verholfen, daß Gott ihren Feinden Furcht vor den Muslimen einflößte. Wenn die Muslime heute ihre Religion wieder richtig verstehen lernen und aufrichtig praktzieren, daß kann kann Gott diese durch Seinen Propheten – Allah segne ihn und seine Familie und schenke ihnen Wohlergehen – verkündete Tatsache wieder Wirklichkeit werden lassen. Diese Furcht vor der militärischen, moralischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Überlegenheit der Muslime bescherte ihnen mehrere Jahrhunderte Sicherheit vor Angriffen ihrer äußeren Feinde in die Kernländer des Islam, die im für das christliche Abendland finsteren Mittelalter zu einer kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Blüte führte.
    Erst dann, wenn die Muslime ihre Religion (einschließlich Umweltschutz, Bekämpfung der Armut usw.) richtig verstanden haben und sie aufrichtig und vollständig nach dem Vorbild des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und seine Familie und schenke ihnen Wohlergehen – als eine Religion der Liebe und Barmherzigkeit praktizieren, wird Allah ihnen zu Sieg verhelfen, sagt Er, der Erhabene, doch: „Denn Allah hat verordnet: ‚Ich werde ganz gewiß obsiegen, Ich und Meine Gesandten!‘“ [Qur’ān, 58:21], und nicht nur Gottes Gesandte selbst, sondern auch diejenigen, die ihnen in aufrichtigem Handeln nachfolgen. Da der Islam heute auch in den meisten Ländern der (bisher) nichtislamischen Welt Anhänger hat und deren Zahl ständig zunimmt, ist in diesem Falle von einer islamischen Weltherrschaft auszugehen, einer Herrschaft nicht in dem Sinne, wie sie die materialistisch ausgerichteten Feinde des Islams verstehen als Unterdrückung aller Andersdenkenden, schonungslosen Ausbeutung der Ressourcen, gewissenlosen Unterwerfung anderer Völker und Bereicherung zu deren Nachteil.
    Weil diese Vorstellung von Weltherrschaft, die ihrem eigenen Denken entspringt, in ihren Köpfen haftet und sie meinen, im Islam sei es nicht anders als bei ihnen selbst, haben sie Angst vor einer Herrschaft des Islam und bekämpfen wie in die Enge getriebene wilde Tiere nicht nur die wenigen Muslime, die aus einem falschen Verständnis für ihre Religion heraus, dem Extremismus verfallen, Übertretungen begehen, sondern auch alle anderen Muslime.
    Wenn sich der o. g. Sieg und die Herrschaft einmal verwirklicht haben sollten, dann wird der Islam die von Farid Esack internationalen Kräfte in sich aufgenommen und in seinen Dienst gestellt haben, was nicht bedeuten muß, daß deren Vertreter dann unbedingt zum Islam als Religion übergetreten sind, sondern daß der Islam mit diesen Kräften harmoniert, da sie seiner Zielsetzung für eine gerechte Weltordnung entsprechen, ähnlich wie die Muslime in der Frühzeit militärische, kulturelle u. a. Einrichtungen der Nichtmuslime annahmen und den islamischen Regelungen anpaßten, wenn sie für nützlich befunden wurden.
    Wenn der Islam derart Ehrfurcht in der Welt verbreitet hat, dann wird es auch keine öffentlichen Schmähungen und Beleidigungen dessen, was den Muslimen heilig ist, mehr geben, die heute für Konflikte sorgen. Und keine Regierung irgendeines nichtmuslimischen Landes wird es wagen, den muslimischen Frauen die Gesichtsverschleierung zu verbieten oder muslimischen Eltern, ihre Jungen beschneiden zu lassen. Erst dann wird der Islam in Ländern wie Deutschland oder Frankreich angekommen sein.

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  2. @ abud2,
    Gott gab den Völkern eine große Zahl von Sprachen, aber der Verstand und die Vernunft sind allen gemein. Je nach Sprache, hat Gott einen anderen Namen, wie sollte es anders sein? In welcher Sprache sich aber die Menschen Gott auch anvertrauen, er hört sie gewiß und wird sie nicht tadeln, so zu ihm zu sprechen, wie es ihre Natur ist, weil Gott alle Menschen ohne Unterschied liebt. Ist es nicht Hochmut zu glauben, von Gott aus bestimmten Gründen bevorzugt zu werden? Sollte ein allmächtiger, allwissender und barmherziger Gott so kleinlich sein, die Menschen danach zu unterscheiden, ob sie einmal im Jahr oder fünfmal am Tage zu ihm beten? Kommt es ihm auf bestimmte Rituale an? Mir scheint, mit solchen Behauptungen schafft man die Karikatur eines Gottes, etwas, womit man Kindern Angst einjagen kann, aber keinen vernünftigem Menschen.

    Ich bin noch nicht einmal getauft, gehöre keiner Religion an. Trotzdem glaube ich fest daran, daß ich eine Seele habe, die über den Tod hinaus besteht. Ich bemühe mich, so zu leben, daß ich ein möglichst reines Gewissen habe. Ich bin zuversichtlich, daß Gott über die kleinen Sünden, die ich begehe, hinwegsieht. Ich habe keine Angst, ihm gegenüberzutreten. Ich weiß, daß er weiß, daß ich in seiner Welt so handeln mußte, wie ich es tat.

    Weltherrschaft, Weltreligion, das ist alles Menschenwerk und Machtwerk. Berufe Dich nicht auf Gott, um Deine Ansprüche zu rechtfertigen, besser sei ehrlich und hart. Gott spricht jederzeit direkt zu Dir, er gab Dir Vernunft, ihn zu verstehen. Was braucht es da Bücher, von Jahrhunderten von Menschen niedergeschrieben, wenn Gott in der Zeit existiert?

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  3. „Ich glaube, dass der Islam ein Bedrohung sein sollte.“
    Dieser Wunsch wurde von Allah gehört.Das Metzeln zwischen Anhängern unterschiedlicher islamischer Konfessionen besichtigen wir ja gerade in weiten Teilen der Arabischen Welt.Was diese wohl über Ihre Ausführungen denken würden?

    „Wenn der Islam derart Ehrfurcht in der Welt verbreitet hat, dann wird es auch keine öffentlichen Schmähungen oder Beleidigungen …..mehr geben….“
    Wir pflegen zu sagen:Ehre, wem Ehre gebührt!

    Es dürfte klar sein,dass ich die Ausführungen zum Islam hier unter „Esoterische Häresien“ verbuche.Mit „Gläubigkeit“ hat dies alles nichts zu tun.Soll es vielleicht ja auch gar nicht?

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