Gott ist kein Diktator


Lesebefehl!

Mouhanad Khorchide zum Salafismus in der ZEIT:

Ich habe während meiner Arbeit als Jugend-Imam Jungen getroffen, die haben mit Drogen gedealt und gleichzeitig gesagt, dass sie stolze Muslime sind. Sie haben einen Koran aus der Tasche gezogen und gesagt: »Den habe ich immer bei mir, mit dem bin ich stark.« Als ich sie fragte, was drinsteht, antworteten sie: »Ich kann kein Arabisch, ich weiß nicht, was drinsteht.« Die Jugendlichen greifen auf etwas zurück, das ihnen Halt geben soll, eine Identität. Aber es ist eine Schalenidentität, ohne Kern, ausgehöhlt.

….

Von welchem Gott reden wir? Viele Muslime gehen von einem sehr restriktiven Gott aus, projizieren das Bild eines archaischen Stammesvaters in ihn. Aber Gott will nicht nehmen, er will geben. Die Studenten sollen lernen zu hinterfragen, den Islam nicht als Quelle von Gesetzen verstehen, sondern von Spiritualität und ethischen Prinzipien, die der Vervollkommnung des Menschen dienen. 

One thought on “Gott ist kein Diktator

  1. Eins voraus: Ich bin kein religiöser Mensch, bin nicht getauft, gehöre keiner Konfession an. Aber letztlich glauben doch alle an ‚irgendwas‘, oder? Die Vorstellung, ein allmächtiger Gott würde Wert darauf legen, von niederen Kreaturen angebetet zu werden, scheint mir überhaupt nicht plausibel. Genauso wenig plausibel erscheinen mir religiöse Vorschriften aller Art. Ich bin davon überzeugt, daß es ausreicht, im Einklang mit dem Göttlichen zu leben, sprich, der Vernunft zu folgen, denn die ist es, die wir mit Gott oder den Göttern gemein haben. Gott liebt die Menschen ohne Unterschied, das ist es woran ich glaube, und deshalb sehe ich keine Notwendigkeit, mich einer organisierten Religion anzuschließen.

    Jede organisierte Religion ist die Fortschreibung, das Update einer älteren, stets wurde sie von Menschen geschrieben und das, wie im Christentum, so auch im Islam, erst sehr lange Zeit nach dem Tode ihres Stifters. Gleichwohl wird darauf bestanden, daß diese Schriften nun das authentische Wort Gottes seien. In der Tat wurden sie aber so verfaßt, daß sie die Billigung der zeitgenössischen Staatsmacht finden konnten, mehr noch sie sind im Grunde Auftragsarbeiten der Politik gewesen. Über die Jahrhunderte haben sich die Menschen, die Gesellschaften und das Wissen weiterentwickelt und stetig wachsende Widersprüche zu den Dogmen organisierter Religionen erzeugt. Leichtes Spiel für falsche, selbsternannte Propheten. Aber wer will ausschließen, daß nicht doch noch ein neuer, echter Prophet erscheint und die Religionen neu ordnet? Gottes Ratschlüsse sind unergründlich und es ist unerheblich, was er früher gesagt hat. Für Gott gibt es kein früher oder später, wenn man es genau bedenkt… Glaube ich jedenfalls.

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