Lesebefehl!

Mouhanad Khorchide zum Salafismus in der ZEIT:

Ich habe während meiner Arbeit als Jugend-Imam Jungen getroffen, die haben mit Drogen gedealt und gleichzeitig gesagt, dass sie stolze Muslime sind. Sie haben einen Koran aus der Tasche gezogen und gesagt: »Den habe ich immer bei mir, mit dem bin ich stark.« Als ich sie fragte, was drinsteht, antworteten sie: »Ich kann kein Arabisch, ich weiß nicht, was drinsteht.« Die Jugendlichen greifen auf etwas zurück, das ihnen Halt geben soll, eine Identität. Aber es ist eine Schalenidentität, ohne Kern, ausgehöhlt.

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Von welchem Gott reden wir? Viele Muslime gehen von einem sehr restriktiven Gott aus, projizieren das Bild eines archaischen Stammesvaters in ihn. Aber Gott will nicht nehmen, er will geben. Die Studenten sollen lernen zu hinterfragen, den Islam nicht als Quelle von Gesetzen verstehen, sondern von Spiritualität und ethischen Prinzipien, die der Vervollkommnung des Menschen dienen.