Neues Islamisches Bewußtsein (1)


Schon seit langer Zeit reift ein neues islamisches Reflektieren ist in der Blogger-Szene (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier um hier nur einige zu nennen). Und dabei meine ich mit „islamisch“ nicht nur ein Attribut unter vielen von Muslimen,  sondern auch von denjenigen, die damit ihre Lebensweise bewusst ausdrücken und sich über Inhalte und Probleme den Kopf zerbrechen. Dem WWW sei Dank, dass Debatten viel direkter und schneller stattfinden. Der direkte Bezug auf islamische Quellen im Netz, ohne die gedruckten Bücher aus den Regalen zu nehmen, wirkt sich in einer veränderten Perspektive auf die Wahrnehmung von jungen Muslimen aus.

Der selbstbewußte Muslim von Heute ist jemand, der seine Religion lebt und meist auch weiß warum. Er kann es begründen, kennt die Referenzen im Koran und Sunna. Er weiß wo, was und von wem gesagt wurde. Er kann zwischen Gelehrtenmeinungen auswählen oder auch sagen, keines dieser Meinungen erschließt sich mir nicht, deshalb entscheide ich selber. Ich idealisiere hier natürlich. Es gibt graduelle Unterschiede zwischen jungen Muslimen und manchmal sogar der Unterschied ums ganze.

Aber worauf ich hinaus möchte, ist eine wichtige Tatsache: Der Vollzug der islamischen Lebensweise war (und ist es meist immer noch) sehr von Nachahmung geprägt. Dass was man wissen muss, wird einem vom Gelehrten des persönlichen Vertrauens gesagt oder ist in irgendwelchen Katechismen nachzulesen. Sich selbst über die Bücher zu beugen und daraus ein Urteil abzuleiten war nie möglich und auch nicht gewollt, in manchen Kreisen sogar verpönt. Das lag neben der niedrigen Alphabetisierungsrate und Bildung sicherlich auch daran, das es in epistemischer Hinsicht eine Hierarchie des Wissens gab. In appelativer Absicht stand an oberster Stelle stand immer der Koran und die Sunna, aber in der Praxis die großen Imame, die erst durch ihren Einsatz das notwendige islamische Wissen relevant machten, sozusagen vorkauten. Also das Wissen erst aus dem „Rohmaterial“ destilieren. Es kam keiner darauf hier zu widersprechen. Sowohl die Quellen als auch die Erschließung spielen eine Rolle, ob Wissen notwendig und relevant für die persönliche islamische Lebensführung ist. Klassische Bereiche sind die Speisegebote, das Beten, Fasten und Belange die das Geschlechterverhältnis betreffen. Das ist alles nicht verschwunden. Für viele Muslime ist es immer noch sehr wichtig auch weiterhin darauf zu achten, was ihnen islamische Autoritäten sagen. Mittlerweile gibt es auch bessere Kommunikationsmöglichkeiten. Für viele Fragen des alltäglichen Lebens gibt es Fatwa-Hotlines. So ist es möglich im Fernsehen religiöse Sendungen anzuschauen, auch aktiv daran teilzunehmen in dem man Telefonate zulässt. In gewisser weise wird die von mir als „traditionelle“ islamische Wahrnehmung und Lebensführung auch durch Technologie revolutioniert.

Aber all das meine ich nicht (nicht nur), wenn ich ob geschrieben haben, das heutige junge Muslime ein Selbstbewusstsein dafür entwickelt haben, was für ihre persönliche Lebensführung relevant ist und nicht. Diese Entwicklung weißt Schnittmengen mit den oben gezeigten Veränderungen im „traditionellen“ Milieu auf, aber hat auch eine neue Qualität bekommen. Durch die Entwicklung des WWW und Rezeption von „ausserislamischen“ Quellen gibt es die Fähigkeit des Vergleiches und der Selektion der Mittel und Meinungen. Wenn ich von neuem islamischen Selbstbewusstsein spreche, dann meine ich eben den unmittelbaren Bezug auf islamische Quellen und Diskurse und den souveränen Umgang mit ihnen. Traditionelle Lehrmeinungen und Autoritäten haben so gesehen nur noch einen relativen Platz und sind auch nicht epistemisch höherwertiger als das was der eigene Verstand sagt. Ich würde es als Pragmatismus nennen und sofort auch hinzufügen, das der negative Beiklang dieses Begriffes meiner Meinung nach völlig unberechtigt ist. Es ist eine Strategie sowohl die Umwelt als auch die aus der religiösen Sozialisation kommenden Elemente in Einklang zu bringen. Es ist nicht unbedingt eine Auflehnung gegen das Alte oder Klassische.

Die Umgang dieser Art von Religion oder sagen wir Religiosität hat zahlreiche Ausprägungen unter Muslimen. Solche mit „revolutionärem“ Impetus, die politische oder puritanische Perspektiven enthalten. Der politische Part ist meist strikt anti-traditionalistisch, aber nicht unbedingt „freiheitlicher“ oder „liberaler“ in der Konsequenz. Es kann (aber muss nicht) vorkommen, das hier eine Art von Rigorismus an den Tag gelegt wird, der deutliche autoritäre (oder sogar totalitäre) Züge aufweißt und sehr Intolerant ist. Während die 1000 Jahre alte klassische Richtung durch Vermittlungsebenen des Verstehens und Delegierens von Sanktionen an Institutionen eben „gemäßigter“ ist und einen gewissen Realismus an den Tag legt, der die „Toleranz“ zur befördert, ist der politische Part weniger theologisch unterfüttert und unbeholfen. Letzeres wird dann durch starke Agitation und radikale Rhetorik übertüncht. Wo lässt sich das sehen? Besonders im politischen Salafismus, der weniger theologisch denn politisch orientiert ist und einen unverholenen Vitalismus an den Tag legt. Der besagte puritanische Part dürfte dem wahhabitischen Salafismus zuzuordnen sein, der seinen Ursprung in Saudi-Arabien hat aber durch erfolgreiche Werbung in der islamischen Welt überall seine Anhänger und Träger hat.

Ich möchte keine Ideengeschichte des Islam nachzeichnen, aber mit diesen Ausführungen möchte ich zeigen, das dank WWW und moderner Kommunkationstechnologie, solche Entwicklungen in der islamischen Welt auch Einfluß auf die Wahrnehmung von Jugendlichen nimmt und ihre Religiösität prägt. Und weiter möchte ich auch nicht behaupten, das das ein zu eins geschiecht. Auch hier wird gerne gefiltert und das angenommen, was in der deutschen (oder europäischen) Gesellschaft möglich ist. Ich möchte das gar nicht bewerten und in Kategorien des Sicherheitspolitik ausdrücken, wie es gerne gemacht wird. Es geht mir ums Verstehen.

Einen gemäßigten Salafismus kann man heute aber in der breiten Masse finden. Was meine ich damit, hat das was mit Wahhabismus und Salafismus zu tun, wie wir ihn in Saudi Arabien kennen? Während man früher noch auf die Altvorderen und Gelehrten verwiesen hat, wenn es um islamrechtliche Belange ging, ist der direkte Bezug zu den Quellen doch eher etwas modernes. Noch heute kann man auf türkischen oder arabischen Webseiten die Klagen traditionell-islamischer Gelehrten lesen, die sich empören, das Muslime heute selbst die Quellen (Koran und Sunna) heranziehen und daraus irgendwelche Urteile für sich ableiten ohne die Autoritäten zu fragen.

Und bevor jetzt sunnitische Muslime (egal ob liberal oder konservativ) aufschreien und sagen, das sie mit Salafismus nichts zu tun haben, erläutere ich was mit (gemäßigtem) Salafismus meine: Denn ich meine genau diese Tendenz, der direkte Bezug auf Koran und Sunna. Und nicht das ideologische oder Dogmatische des Salafismus, wie man es aus Saudi-Arabien kennt. Und überhaupt auch sunnitisch-orthodoxe Muslime können mit so einem ideologischen Salafismus nichts anfangen. Es ist also kein inhaltliches Merkmal sondern ein prozeduales, was ich meine! Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass das keine Kritik ist oder ich das eine als schlecht und das andere als gut beurteile. Das ist nur mein Eindruck.

Es ist natürlich richtig, das in der Erschließung islam-rechtlichen Wissens immer Koran, Sunnaiǧmāʿ (Konsens der Gelehrten) und Qiyās (Analogieschluß) immer in dieser Reihenfolge angegeben ist und der von mir so bezeichnete (gemäßigte) Salafismus genau das auch als Legitimation angibt. Aber es wird übersehen, das die Gelehrten eben in der Praxis nicht diese Reihenfolge vollzogen. Diese Idealtypische Darstellung möchte mehr die epistemische Relevanz von Wissen in einer Hierarchie darstellen als den praktischen Umgang mit ihnen. In diesem Feld nimmt der Koran sogar eher einen sekundären Platz ein, was nicht heißt das er unwichtiger ist, sondern das der Koran durch und in Vermittlung der sogenannten Sunna (und den Hadithen) gedeutet wird.

Erst in der Neuzeit wird diese idealtypische Darstellung als praktische Anleitung benutzt für den Vollzug wie man interpretiert und urteilt. Aber auch hier ist man natürlich nicht konsequent, denn der Verstand gilt als epistemisch relevant. „Unsinnige“ Fatwas können noch so durch Gelehrten vertreten und in Quellen abgesichert sein, wenn die Umwelt in der man lebt, schlichtweg im Wege steht, kann es schon sein, das hier dann gesagt wird: „Das hat mit den heutigen Umständen nichts mehr zu tun“ . Also kommt hier auch der Faktor Zeitgeist und Umwelt rein.

Eigentlich Faktoren, die immer schon Bestandteil der islamischen Jurisprudenz wahren. Ohne Bezug auf die Praxis kommt man auch dort nicht aus. Schließlich wird im Koran nur sehr wenig von praktischen Belangen geklärt. Aber dieser Umstand wird gerne verpackt und nicht als solcher ausgewiesen. Der Bezug auf die Gesellschaft (Kultur und Naturwissenschaft)  nimmt daher in dieser Hierarchie einen sehr niedrigen Platz ein.

Viele selbstbewußte Muslime gehen damit anders um. Für sie nimmt die „normative Kraft des Faktischen“ einen hohen Rang ein. Und das nicht mal sehr bewußt.

Die heutige muslimische Szenen weißt verschiedene Milieus aus. Viele tragen Debatten aus den islamischen Herkunftsländern nach Deutschland und verändern sie um sie gewinnbringend hier zu integrieren. Es wäre sehr naiv von den Muslimen zu fordern gänzlich etwas neues zu entwickeln. Das Wissen und die Information macht vor Landesgrenzen nicht halt. Diskurse und Debatten fließen im WWW über den ganzen Globus und werden dann vor Ort verwertet. Es gibt immer einen Anknüpfungspunkt von dem man ausgeht. Es gibt viele Muslime, die ihr Leben nach Fatwas und Gelehrtenmeinungen von sehr traditionellen Autoritäten ausrichten in dem sie ein paar mal in der Woche im Internet nach ihren Stellungnahmen ausschau halten. Andere wiederrum sind da viel eklektischer und picken sich das aus, was ihrer Meinung nach angemessen ist. Wenige sind theologisch so versiert, das sie direkt an die Quellen herangehen. Hier gibt es dann nochmal den Unterschied, ob man die jeweilige Sprache der Texte kann. Es gibt eine große Bewegung, die sich nur Übersetzungen bedient.

Was sehr interessant ist, das fast alle Bestrebungen Bezug auf islamische Denker nehmen in der Gegenwart. Es ist oft anzutreffen, das Muslime verschiedenster Richtungen Bezug nehmen auf Nasr Hamid Abu Zaid ohne mit ihm komplet einverstanden zu sein. Weiterhin Fazlur Rahman, Muhammad Arkoun, Muhammad Abid Al-Jabiri, Said Nursi, Fethullah Gülen usw. Auch hier gibt es „neues“. Früher hätte man bei Gelehrten bezüglich ihrer Kompetenz nicht differenziert. Ein solcher war entweder völlig fähig oder gar nicht. Zu sagen, das einer im Bereich des Hadith stark ist aber dafür im islamischen Recht eher schwach, dürfte als Anmaßung wahrgenommen worden sein. Es gab hier als gar nichts zu kritisieren. Heute ist das anders. Die hermeneutischen Zugänge von Abu Zaid und Rahmen (die beiden unterscheiden sich durchaus) sind attraktiv für viele Theologen und Muslime. Aber auch nur gewisse Meinungen sind interessant ohne gleich das ganze Konzept zu übernehmen. Viele „rivalisierende“ Gruppen können (wenn auch oft ungewollt) einen gemeinsammen Nenner aufweisen. Muslime mit politischer Religiösität schätzen durchaus den großen Reformer Muhammad Abduh, aber das tun auch „liberale“ Muslime, ohne zu übersehen, das vieles was Er damals vertreten hat heute vielleicht schon überholt ist.

Und hier wäre vielleicht meiner Meinung nach ein Anknüpfungspunkt sich bewußt zu werden, das man unter Muslimen ist. Es gibt leider die Tendenz dem anderen Unglauben und Verrat an den Kopf zu werfen. Man ist durch den Bezug auf islamische Quelle und promienten Persönlichkeiten (sei es nun traditionelle oder moderen) geeint, egal wie man sich auf sie bezieht und in welchem Maße. Das wäre ein Verständis von Umma, die nicht eine anonyme Manövriermasse darstellt  auf die man sich nur bezieht; es wäre ein demokratisches Verständnis von Interaktion. Das auch eine gewisse Toleranz und Relativismus mit sich bringt, wo man zugesetehen kann, das man die Meinung des anderen so gar nicht akzeptiert ihn aber nicht gleich mit Kufr bezichtigt oder einer falschen Akida (mal abgesehen von der Unmöglichkeit das hier jemand das Definitionsrecht hat).

Es wäre wert darüber nachzudenken.

10 thoughts on “Neues Islamisches Bewußtsein (1)

  1. Ich habe nicht den ganzen Blogpost gelesen, nur die ersten Zeilen überflogen, doch schon mal einige Gedanken und Beobachtungen zum sog. „Cyberislam“: Problem bei dem Selbststudium der Quellen im Netz um sich seinen individuellen Islam selber zusammen zu zimmern: Eine Vielzahl von (kostenlos zur Verfügung gestellten) Übersetzungen der Hadithe, eine Vielzahl von Übersetzungen der Korankommentare, auch etliche bekannte teilweise mittelalterliche Schriftensammlungen, ja sogar manche Koranübersetzungen, wurden und werden vor allem durch zwei Gruppen verbreitet:
    1. Eher von missionarische Strömungen des Islams getragen und verbreitet. Einerseits zeigt sich hier der Einfluss Saudi Arabiens, die z.B. Koranübersetzungen schon lange förderten, natürlich eher in ihrer orthodoxen wahhabitischen Ausprägung, bestimmte Gelehrte werden übersetzt, andere Gelehrte, die eine gegenteilige Sicht hatten, eher nicht, usw. Auch aus Pakistan kommen eine Flut von „Gebrauchsanweisungen“ in englisch über den Globus, der einen Islam vermittelt, der nicht gerade in der Tradition der Muslime in Bosnien oder bei den Turkvölkern bisher so verbreitet war.
    Dies gilt auch für die beliebten Fatwa-Sammlungen bestimmter „Scheichs“, die durchs Internet, youtube, usw. viele Muslime downloaden, um in ihrem Alltag einen Halt zu haben, eine Orientierung, ohne immer zu merken, dass diese Fatwas vielleicht nur eine Ausprägung des Islams repräsentieren (oft besonders konservative Auslegungen, wo es gute Argumente gibt, die auch anders auszulegen), besonders in der „Diaspora“. Ich frage mich, warum z.B. die Diyanet in der Türkei nicht viel stärker das Internet nutzt, so wie viele Wahhabiten und die von ihnen beeinflussten Gruppierungen? Und zwar auch in deutsch und englisch?
    2. und das ist vielleicht noch viel mehr ein Problem: Viele Übersetzungen werden nicht (islam-)wissenschaftlich kritisch in Editionen (dann auch meist nicht kostenlos) und mit linguistischem Anspruch übersetzt, sondern oftmals von Laien übersetzt, oder irgendwelchen Vereinen, quasi „Fangruppen“ im Netz, und deren Protagonisten, die vielleicht mal einige Kurse im Sommer in Riad oder Kairo besuchten, aber oft entfernt davon sind, einem richtigen musl. Theologen oder Islamwissenschaftler, der 5-10 Jahre Ausbildung genoss, der 15 Jahre Forschungsarbeit hinter sich hat, das Wasser in dieser Übersetzungstätigkeit zu reichen.
    Ich habe mir schon mehrfach diverse kostenlose PDFs auf diversen Islam-Internetseiten auf deutsch und englisch heruntergeladen und musste feststellen, dass oftmals diese unbrauchbar waren, weil deren Übersetzungen verglichen mit dem Original oder einer wissenschaftlichen Übersetzung etliche Passagen einfach anders übersetzt hatten, oder einige Passagen gleich weggelassen hatten. Wie soll man da seinen Islam zusammenbauen, wenn schon die Grundlagen unglaubwürdig sind, da man eben nicht nachvollziehen kann, wie und warum was übersetzt wurde, und was weggelassen wurde und warum?
    Glücklich diejenigen, die Arabisch als Muttersprache haben, oder wenigstens durch jahrelanges Lernen darin sehr zuhause sind. Doch auch hier ergibt sich das Problem, dass die Worte Bedeutungsverschiebungen im Laufe der Geschichte erfahren haben und wenn man z.B. einen Korankommentar aus dem Mittelalter liest, heißt das noch lange nicht, dass man alles darin auch verstehen kann, zumindest nicht als Otto-Normal-Laien-Muslim. Ausserdem gingen die Autoren von (älteren) theologischen Schriften oft von einem Rezipienten aus, der einem gleichen Kommunikationsraum entstammte, also z.B. Anspielungen, Geschichten, Metaphern usw. sofort verstand, während wir heute nur Bahnhof verstehen könnten, oder Missdeutungen. Dies passiert ja sogar, wenn ein Theologe heute etwas in einem Werk in arabisch im Sudan schreibt, und dieses dann übersetzt wird, dass dann je nach Übersetzung etliches eigentlich anders gemeint sein kann, oder ein Arabischkundiger in Syrien diesen Sudanesen ganz anders interpretiert, als der Sudanese es meinte.
    Es ist alles nicht so einfach…
    Naja, ich muss hier mal Schluss machen mit meinen Beobachtungen, vielleicht haben andere ja auch schon Online-PDFs, mit Bücher der Unibibliotheken verglichen?

    2. Teil aus der Facebook-Diskussion (oder eher meinem Monolog… ;-)):
    ——————————————————————————–

    Ich hatte nun nicht soviel Zeit um den Artikel mehr als nur die ersten Absätze zu überfliegen. Aber ich habe eben festgestellt, dass natürlich einerseits viele Deutsch-Türken hier nicht sooo viel über den Islam kennen (Lamya Kaddor usw. können ein Lied davon singen… ;)), andererseits, viele eher gebildete Muslime im Netz nach Antworten suchen, und manchmal, nicht immer, relativ unkritisch Texte downloaden, ohne zu schauen, wer der Betreiber der Seite ist, woher die Texte kommen, in welcher Absicht diese Texte verfasst wurden, usw. Oft zeigt sich, dass im Netz besonders die konservativeren Ausrichtungen des Islams sehr aktiv sind. Das ist nicht „schlimm“, aber oft wird vergessen, dass andere Gelehrte mit guten Argumenten auch andere Sichtweisen (z.B. hanafitische, statt hanbalitische), liberalere Sichtweisen den Suchenden vermitteln könnten, wenn es denn solche Texte auch in der großen Verbreitung geben würde. Ich hatte mal einen Telepolis Artikel darüber gelesen, wie jeder sich seinen Islam zusammenzimmert, Cyberfatwas, usw.Vielleicht waren das diese Artikel? http://www.heise.de/tp/artikel/16/16023/1.html und http://www.heise.de/tp/artikel/15/15742/1.html und noch ein Teil. so, muss nun schnell los, byebye🙂

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  2. MS, haste Multiple Sklerose oder macht es dir schlicht Spaß, den Orthographie-Hunnenreiter zu geben?😉 Naja, wenn’s schö macht…😉 Dann kannste noch genauer suchen und findest bestimmt noch mehr Schludrigkeiten meinerseits…🙂 Ciao du Witzbold.

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  3. Es ist einerseits interessant und aufregend zu sehen, wie sich das Bewußtsein verändert und andererseits traurig, welche Züge bei der vermehrten Uneinigkeit zu Tage kommen. Und trotzdem ist es die Chance endlich den wahren Islam zu erkennen und zu leben.
    Die Tragödie ist, dass was wir über den Islam vermitteln wollen und was wir tatsächlich vermitteln zweierlei sind. Aber gerade diese Diskrepanz zeigt, wie wenig wir noch unsere eigene Religion verstehen, welches wiederum anspornt.
    Je unwissender der Mensch, umso mehr wird er beleidigen, schreien und Aggressionen zu tage legen, denn wäre er wissend, würde er argumentieren.
    Je mehr er die Religon zum Eigennutz auslebt, um so eine Wertsteigerung seiner Selbst zu erfahren, indem alle anderen Schlecht sind weil sie Ungläubig sind, um so mehr wird er andere drohen, die seine Ansichten in Frage stellen. Denn würde er es ernst meinen mit der Religion, dann würde er auch die Art und Weise, wie der Gesandter Gottes die Religion erklärte, sich aneignen und wüßte, dass nur mit wohlwollen die Menschen zuhören und im umgekehrten Fall sich abwenden, welches eindeutig im Koran steht.

    Daher kann man solche, die lauthals „Kufr“ schreien, kaum als tief glaubende Muslime bezeichnen, weil ihre destruktive und aggressive Haltung zeigt, dass sie kaum fürchten, dass man dem Ansehen des Islams schadet und sie zu erkennen geben, dass sie nicht wohlwollend gegenüber Menschen sind, sondern wohlwollend zu sich selber.
    Der erste Muslim in seiner Zeit war der Prophet selber, kann man sich ihm vorstellen wie er auf jeden aggressiv zu lief und jeden das Wort „Kufr“ an den Kopf warf?

    Gott sei dank, beginnt das Erwachen, wenn es auch zum Teil schmerzhaft ist.

    Es ist immer wieder schön, diesem Erwachen zuzuschauen bzw. zu lesen.

    Mit islamischen Grüßen…

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  4. Wär´s nicht vielleicht noch schöner, wenn auch die Muslime sich endlich von den ganzen religionistischen Unsinn befreien könnten, anstatt immer wieder (erfolglos) nach dem „wahren“ Islam zu suchen?

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