Wachstum vs. Soziales oder das Ende des Geldes?


Hinweise auf weitere Quellen sind erwünscht (→ Kontaktformular)

Ich möchte auf den sehr interessanten Blog-Beitrag Spielt das Wachstumsthema Ökologisches gegen Soziales aus? von Annette Schlemm hinweisen:

„Es scheint seit langem so, als würden soziale und ökologische Bewegungen nicht gut zueinander passen. Soziale Fortschritte wurden in den entwickelten kapitalistischen Staaten meist dadurch erreicht, dass vom wachsenden „Kuchen“ an Wohlstand, den es zu verteilen gab, auch die unteren Schichten etwas abbekommen konnten. Wenn aus ökologischen Gründen Abstriche an den wirtschaftlichen Möglichkeiten gemacht werden, wirkt sich das für zuerst als Wohlstandsminderung aus, die kaum freiwillig zugelassen wird. Auch die südamerikanischen Länder, die derzeit von sog. „progressiven Regierungen“ geführt werden, erreichen ihre sozialen Erfolge zu einem sehr großen Teil durch Öl- uns Gasexporte, Bergbau und landwirtschaftliche Monokulturen für den Export.

Ich weiß noch, wie sehr mich in den frühen 90er Jahren eine kleine Broschüre von Harald Werner beeindruckte, in dem er den Unsinn der Forderung nach immer mehr Arbeit aus ökologischen Gründen darlegte (meine Notizen dazu gibt’s hier). Deshalb war es für mich seit damals klar, dass wir Soziales und Ökologisches nicht gegeneinander ausspielen dürfen…“

Solche und ähnliche Fragen wurden auch auf dem Jenseits des Wachstums Kongress behandelt. Auch zur (Post) Wachstums Debatte gibt es da einiges zu lesen.

Kritik am Attac-Kongress Jenseits des Wachstums?! die vom 20. bis 22 Mai 2011 in Berlin stattfand und Texte zum (Post) Wachstum:

  1. Die Legende vom nachhaltigen Wachstum (Niko Paech)
  2. Sind das Spinner? (P. Pinzler u. F. Vorholz)
  3. Postwachstum – 12 Fluchtlinien einer solidarischen Ökonomie jenseits des Wachstums (Matthias Schmelzer & Alexis J. Passadakis)
  4. Wachstumswahn, Wachstumszwang, Wachstumskritik, Postwachstumsgesellschaft, etc. – seltsame Begriffe und eine vergleichsweise irrelevante und in die Irre leitende Debatte (Albrecht Müller)
  5. Nachtrag zur Kritik der Wachstumskritik: eine irrationale Debatte und attac auf einem unverständlichen Weg (Albrecht Müller)
  6. Replik auf die Polemik von Albrecht Müller gegen die aktuelle wachstumskritische Debatte (Alexis J. Passadakis u. Matthias Schmelzer)
  7. Nachtrag Nr. 2 zur Wachstumsdebatte (Albrecht Müller)
  8. “Typisch und unerträglich”*: Albrecht Müller. Vom Unverständnis eines Unverständlichen (Andreas Exner)
  9. Postwachstum: Auf der Suche nach dem „Klimatariat“ (Wolfgang Lieb)
  10. Streitgespräch zwischen Attac und Ver.di „Gutes Wachstum ist eine Illusion“
  11. Gegen. Standpunkte. Zum Kongress „Jenseits des Wachstums“ (Antje Schrupp)
  12. Um welches Wachstum geht es? (Annette Schlemm)
  13. Ist Wachstumskritik identisch mit Kapitalismuskritik? (Annette Schlemm)
  14. Vom Lob des Verzichts (Lucas Zeise / Junge Welt)
  15. Statt „Pro oder Contra Wachstum“ den sozialökologischen Umbau einleiten! (pdf) (Judith Dellheim)
  16. Politiken des (Post-) Wachstum (pdf) (Tom Strohschneider, Michael Jäger, Claudia von Braunmühl, Lutz Brangsch)
  17. Gerechte Übergänge (Heft 1/2011 des Heftes LUXEMBURG 1)
  18. Sozialökologischer Umbau statt abstrakter Wachstumskritik? (Annette Schlemm)
  19. Welche Alternativen zum Wachstum gibt es? Teil I: Grüne Reformen (Annette Schlemm)
  20. Welche Alternativen zum Wachstum gibt es? Teil II: Eine andere Welt (Annette Schlemm)
  21. Ökonomische Stabilität, Nachhaltigkeit und neue Lebensqualität durch eine Postwachstumsökonomie (Hans Holzinger)
  22. Schluss mit Wachstum (Thorsten Beermann)
  23. Gibt es noch Wachstum vor dem Tod?
  24. Über einige Mythen und Denkfehler im fortschrittlichen Lager. Heute: Wachstum und Sättigung (links gestrickte Mythen I) (Albrecht Müller)

Generelle Kritik an Ökonomie:

  1. Kritik der Nationalökonomie (Gegenstandpunkt)
  2. “Beschäftigung“ – “Globalisierung“ – “Standort“ … Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis von
    Arbeit und Reichtum
    (pdf)
  3. Das Geld. Von den vielgepriesenen Leistungen des schnöden Mammons (GegenStandpunkt)
  4. Markt-Märchen. Zur Kritik der neoklassischen akademischen Volkswirtschaftslehre und ihr Gebrauchs mathematischer Modelle (Claus Peter Ortlieb) (pdf)
  5. Was heißt eigentlich Marktgehorsam? (Karl-Heinz Brodbeck) (pdf)

Eine andere Art der Systemkritik ist die Geldkritik. Ein Vertreter ist Franz Hörmann, hier eine Auswahl:

  1. „Banken erfinden Geld aus Luft“ 
  2. Finale Krise des Finanzsystems im nächsten Jahr?
  3. Schuldenkrise und kein Ende
  4. Das Ende des Geldes – und was kommt danach?
  5. Interview mit Prof. Franz Hoermann. Wien, 2011-04-14 (Youtube)
  6. Ein Plädoyer für Veränderung
  7. Drei bis fünf Durchgänge – Dann kollabieren die Märkte endgültig
  8. Ein Professor will das Geld abschaffen

Auf Keimform.de gibt es eine ausführliche Auseinandersetzung zum Thema »Zeitgeist« und Commons

Ähnliches ThemaMaterialsammlung: Islam und Ökonomie

4 thoughts on “Wachstum vs. Soziales oder das Ende des Geldes?

  1. „Der Mensch sinkt, wenn er einmal sinkt, immer unter das Tier.“

    Friedrich Nietzsche (Wie man wird, was man ist)

    Wo ist eigentlich das Paradies geblieben? Tatsächlich befinden wir uns noch immer mitten darin, aber wir sehen es nicht. Wir können es nicht sehen, weil Heerscharen von Schweinepriestern uns erzählen, das Paradies sei ein „Obstgarten“, in dem es Verbote einzuhalten gilt, die gar nicht einzuhalten sind. Diese Lüge verbreiten die Priester seit Jahrtausenden; zuerst, weil sie uns belügen mussten, und später, weil sie nicht mehr anders konnten. Das Lügen wird zur Gewohnheit, wenn die Wahrheit längst vergessen und die Lügerei umso besser bezahlt ist, je höher das Lügengebäude wird, das mit verbogenen Balken gerade noch errichtet werden kann.

    Unser schöner Garten Eden wurde zu jener „modernen Zivilisation“, in der das Lügen mittlerweile so gut bezahlt wird, dass die ehrliche Arbeit es kaum noch tragen kann.

    Alles begann mit der Erbsünde. Als noch niemand wusste, wie der Himmel auf Erden zu gestalten ist, in der niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer erzielen kann, durfte das arbeitende Volk nicht wissen, dass im Privatkapitalismus ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg unvermeidlich ist. Priester wurden verpflichtet, allen Zinsverlierern zu erzählen, die Marktwirtschaft sei ein „Obstgarten“ und manche Früchte seien eigentlich verboten aber wohl in der Praxis nicht zu vermeiden. So verschaffte die Erbsünde denen ein Auskommen, die außer lügen nichts gelernt hatten.

    Problematisch wurde es erst, als ein Prophet erklärte, dass mit konstruktiv umlaufgesichertem Geld der Allokationsmechanismus zwischen Kreditangebot und Kreditnachfrage erhalten bleibt, auch ohne dass das Finanzkapital mit dem Urzins belohnt werden muss, damit es rentable Sachkapitalien gebiert. In diesem Fall wäre das Kreditangebot mit der Summe aller Ersparnisse identisch, der Geldkreislauf stabil, der Geldverleih gerecht, jede Geldbewegung intelligent, jeder Anspruch auf Geld gesichert, und Gott würde nicht mehr gebraucht.

    Das Paradies von der Erbsünde befreien und das auch noch ohne Verbote? Diese „Unverschämtheit“ konnte man nicht durchgehen lassen, denn dann würden sogar die Lügner wieder von ehrlicher Arbeit leben müssen.

    So wurden alle Priester zu Schweinepriestern; und alle, die nicht gestorben sind, belügen uns noch heute.

    Herzlich Willkommen in der wirklichem Welt:

    http://www.deweles.de/willkommen/himmel-und-hoelle.html

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  2. Pingback: Kann man mit der Marktwirtschaft die Umwelt retten? | Serdargunes' Blog

  3. Pingback: Materialsammlung: Islam und Ökonomie | Serdargunes' Blog

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