Neuer Studiengang „Islamische Studien“ ab WS10/11 in Frankfurt


Der Senat der Goethe-Universität hat in seiner Sitzung am 14. Juli 2010 beschlossen, ab dem Wintersemester 2010/11 einen dreijährigen BA-Studiengang „Islamische Studien“ einzuführen.

Goethe-Universität Frankfurt

15. Juli 2010 / 181

Neuer Studiengang Islamische Studien
Start des ersten Studienangebotes dieser Art bundesweit im Wintersemester 2010/11 an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Der Senat der Goethe-Universität hat in seiner Sitzung am 14. Juli 2010 beschlossen, ab dem Wintersemester 2010/11 einen dreijährigen BA-Studiengang „Islamische Studien“ einzuführen. Der wissenschaftliche Erfolg des neuen Studiengangs soll in drei Jahren überprüft werden. Damit setzt die Goethe-Universität als erste Universität in Deutschland die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Einführung des neuen Studienfachs „Islamische Studien“ um.

Der neue Studiengang bietet die Grundlagen für eine wissenschaftliche Einführung in die Kultur, Geschichte und Religion des Islam. Kennzeichen des Studiengangs „Islamische Studien“ ist die systematische Verbindung von Fragestellungen und Methoden der Theologie mit anderen Geistes- und Kulturwissenschaften. So ist im Frankfurter Modell etwa eine Einführung in die Methoden der historisch-philologischen Textkritik im Umgang mit dem Koran geplant. Der interdisziplinäre Charakter des wissenschaftlichen Studiengangs wird auch an der geplanten Kooperation mit den christlichen Theologien, der Judaistik, der Religionsphilosophie und -wissenschaft deutlich.

Wie der Vizepräsident der Goethe-Universität, Prof. Lutz-Bachmann, nach der Entscheidung des Senats ausführte, setzt die Universität mit der Einführung des neuen Studiengangs „Islamische Studien“ neue Maßstäbe in Deutschland für den Umgang der Universitäten mit der Präsenz und Bedeutung von Religion in einer „postsäkularen Öffentlichkeit“. Man solle nicht länger versuchen, die Religionen aus dem Raum der Öffentlichkeit und der Wissenschaften auszugrenzen und in den Bereich des Privaten abzudrängen.

Vielmehr komme es darauf an, den Religionen in ihrer Pluralität einen angemessenen Platz im öffentlichen Diskurs zu geben. Dabei ist es für Lutz-Bachmann von entscheidender Bedeutung, dass sich die Religionen mit den Methoden der wissenschaftlichen Rationalität selbst kritisch reflektieren und so miteinander und mit einer postsäkularen Öffentlichkeit ins Gespräch kommen. „Diese Prozesse wissenschaftlich vorzubereiten und gesellschaftlich einzuüben, ist seit jeher eine vorrangige Aufgabe der Universität.“ Jetzt komme es darauf an, auch eine kritisch-wissenschaftliche Selbstreflexion des Islam an den Universitäten in Deutschland zu ermöglichen. Genau diesem Ziel dient die Einführung des Studiengangs „Islamische Studien“ an der Goethe-Universität.

Informationen: Goethe-Universität Frankfurt: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Marketing und Kommunikation, Tel. 069 798 22472, Fax 069 798 28530, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

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