Authentizität- und Autoritätsfrage im Islam: Die Vertretungsfrage der Muslime und Etablierung einer universitären Theologie in Deutschland


Dazu hier:

Für das Sommersemester 2009 ist wieder eine Ringvorlesung geplant, die aufgrund des gewählten Themas konzeptionell neben reinen Vorlesungen um Erwiderungen und Podiumsdiskussionen erweitert wurde. Unter dem Titel „Authentizitäts- und Autoritätsfrage im Islam“ sollen sozio-politische, religionsgemeinschaftliche und akademisch-universitäre Rahmenbedingungen, Möglichkeiten, Grenzen und Zukunftsperspektiven einer islamischen Theologie in Deutschland interdisziplinär behandelt werden. Das zentrale Augenmerk wird sich schließlich auf die institutionellen Etablierungschancen der islamischen Theologie an deutschen Universitäten richten.Unser Vorhaben geht von der Prämisse aus, dass die Muslime in Deutschland ihre eigene Theologie im europäischen und deutschen Kontext entwickeln und etablieren müssen. Dafür sind u.a. und vor allem institutionelle Etablierung in akademisch-universitären Einrichtungen notwendig. In diesem Zusammenhang wird die eigene Erfahrung in Frankfurt und werden andere Lehrstühle an deutschen Universitäten, die sich in Anfangsstadien befinden, auch kritisch reflektiert.Wir betrachten allerdings die Hauptfragestellung, nämlich die „Authentizitäts- und Autoritätsfrage im Islam“, für diese in diesem historisch-geographischen Kontext gestellten Fragen zentral. Aus zweifacher Hinsicht scheint diese Fragestellung ausschlaggebend zu sein: Erstens die universitäre Einbindung der Theologie im deutschen Kontext unter kirchenrechtlichen Prämissen und zweitens die Vertretungsfrage der Muslime unter der Prämisse des religionsgemeinschaftlichen Anspruchs der muslimischen Organisationen.

Ganz in der Tradition der vergangenen Ringvorlesungen und Tagungen wurden auch diesmal kundige Gesprächspartner eingeladen, aus ihren Erfahrungen und Kenntnissen zu lernen, den eigenen Horizont zu erweitern und schließlich zur „institutionell-akademischen Einbürgerung des Islam“ einen bescheidenen Beitrag zu leisten.

Alle Termine: Di 18:00 – 20:00
Ort: Campus Westend, NG 1.741a
Veranstalter: Prof. Dr. Ömer Özsoy

5. Mai 2009
Vortrag: Die Frage der religiösen Autorität im Islam im Spannungsfeld zwischen politischen, wissenschaftlichen und kirchlichen Authentizitätsansprüchen
Prof. Dr. Hassan Hanafi, Philosophie, Gastprofessor an der Goethe Universität Frankfurt

19. Mai 2009
Vortrag: Islamisch-theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten? Voraussetzungen und Gestaltungsmöglichkeiten aus religionsverfassungsrechtlicher Sicht
Prof. Dr. Heinrich de Wall, Kirchenrecht, Staats- und Verwaltungsrecht, Universität Erlangen-Nürnberg

26. Mai 2009
Podium: Institutionalisierung des Islam: Der lange Weg nach der Islamischen Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts
Moderation: Ertugrul Sahin, Stiftungsprofessur für Islamische Religion, Universität Frankfurt
Diskutanten:
Bekir Alboga, DITIB
Aiman A. Mazyek, ZMD
Mustafa Yeneroglu, IGMG
Abu Bakr Rieger, Islamische Zeitung

2. Juni 2009
Vortrag: Deutsche Islamkonferenz und Vertretungsfrage der Muslime in Deutschland
Gabriel Goltz, Islamreferent, Bundesministerium des Innern

9. Juni 2009
Vortrag: Rückkehr des Religiösen und Auftritt des Islamischen in den öffentlichen Raum der westlichen Demokratien
Prof. Dr. Udo Steinbach, Orientalistik, Zentrum für Nah- und Mitteloststudien der Philipps-Universität Marburg

16. Juni 2009
Vortrag: Religion und Methode: Modellvorstellung einer theologisch fundierten muslimischen Vertretung
Dr. Hasan Karaca, Soziologie, Forschungszentrum für Religion und Gesellschaft

23. Juni 2009
Podium: Institutionalisierung der Islamischen Theologie an der Universität: Möglichkeiten und Grenzen

Moderation: Stefan Toepfer, Journalist, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Diskutanten:
Heinz-Wilhelm Brockmann, Staatssekretär, Hessisches Kultusministerium
Prof. Dr. Ömer Özsoy, Islamische Religion, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Bülent Ucar, Islamische Religionspädagogik, Universität Osnabrück

30. Juni 2009
Podium: Islamische Theologie als Ansprech- und Kooperationspartner der etablierten Kultur- und Islamwissenschaften

Moderation: Dr. Bekim Agai, Islamwissenschaft, Universität Halle-​Wittenberg
Diskutanten:
Prof. Dr. Stefan Schreiner, Religionswissenschaft, Judaistik, Eberhard Karls Universität Tübingen
Prof. Dr. Rotraud Wielandt, Islamkunde, Arabistik, Universität Bamberg
Prof. Dr. Hans Daiber, Islamwissenschaft, Universität Frankfurt

7. Juli 2009
Podium: Frankfurter Perspektiven: Islamische Theologie als Ansprech- und Kooperationspartner der Philosophie und etablierten Theologien

Moderation: Prof. Dr. Abdullah Takim, Islamische Religion, Universität Frankfurt
Diskutanten:
Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Philosophie, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Hans-Günter Heimbrock, Evangelische Theologie, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Thomas Schmidt, Katholische Theologie, Universität Frankfurt

4 thoughts on “Authentizität- und Autoritätsfrage im Islam: Die Vertretungsfrage der Muslime und Etablierung einer universitären Theologie in Deutschland

  1. ist Abu Bakr Rieger ein „kundiger Gesprächspartner“? Und auch die anderen Diskutanten, die über die Institutionalisierung des Islam diskutieren sollen, repräsentieren ausschließlich den Verbandsislam. Was soll denn da rauskommen?

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  2. Danke für dein Kommentar Michael. Was dabei rauskommen? Nun vielleicht ist es ja das Verdienst dieser Veranstaltung zu zeigen, das nichts dabei rauskomm? Ich meine diese Erkenntnis wäre auch was.
    Abu Bakr Rieger ist nun mal ein Stimme, hat eine Meinung. In der IZ gab es in letzter Zeit kritische Stimmen zum jetzigen Prozess des KRM. Sie sollten gehört werden, es besteht ja die Möglichkeit darüber zu diskutieren. Auch kontrovers.

    Wobei ich glaube, das das hier erstmal ein Auftakt ist. Und was man dann auch hinsichtlich der Diskutanten ausbauen kann. Was auch persönlich mein Wunsch wäre.
    Mach mir mal ein paar Vorschläge bezgl. Personen. Ich bin für jeden Tipp dankbar. Meine Mail haste ja.

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  3. Scheint interessant zu sein. Rieger ist wohl kaum ein „Vertreter des Verbandsislams“. Es wäre tatsächlich interessant gewesen, solche grundsätzlich gegen einen Verbandsislam denkenden oder agierenden Muslime bei der Diskussion dabei zu haben, wie etwa großteils arabische Moscheenvereine oder dergleichen. Diese haben eine gänzlich andere Sicht auf die Problematik und auch andere Befürchtungen. Allerdings haben sie leider nur selten die Mittel, mitzudiskutieren.

    Vom Termin am 26. Mai verspreche ich mir reichlich wenig. Der 16. Juni könnte interessant werden, wie auch der Termin am 23. Juni.

    Von Bülent Ucar ist ja auch kürzlich ein Interview auf qantara zu lesen gewesen, wo er einiges über die Verbandifizierung des Islams in Deutschland verloren hatte – unbedingt lesenswert.

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  4. Rieger ist wirklich keine Vertreter des Verbandsislams. In der IZ gab es auch immer wieder mal kritische Texte dazu. Natürlich hätte man noch den einen oder anderen einladen können. Es ist ja auch so, das die Leute nicht immer Zeit haben. Angefragt wurden so einige Leute, die aber zu bestimmten Zeiten nicht können.
    Aber die Anregung und Kritik kann man ja bei der nächsten Veranstaltungsreihe benutzen. Ist ja schließlich auch ein Auftakt.

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