Historisch vs. Kritisch?


In Auseinandersetzung mit Kalischs Positionen gibt es von muslimischer Seite einige Interesse Beiträge. Wie z.b Unvereinbar mit dem Islam? von Lydia-Aischa Enkel oder die Auseinandersetzung auf Musafiras Blog.

Das die ganze Sache nicht so leicht ist, zeigt der Beitrag von Walter Reichel Das neue Gesicht des Islam. Dieser Text ist Teil einer Artikelserie:

Während man sich z.B. gut vorstellen kann, dass die Lehren des ursprünglichen Buddhismus oder des Konfuzianismus auch dann gültig wären, wenn sich mittels historisch-kritischer Forschung herausstellen sollte, dass Buddha oder Konfuzius gar nicht gelebt hätten (und tatsächlich sind die wirklich belastbaren historischen Erkenntnisse über die Personen Buddha und Konfuzius eher spärlich), sind die zentralen Glaubensinhalte sowohl des Judentums, als auch des Christentums und des Islam ursprünglich tief und substantiell in die Geschichte eingebunden und bekommen von dorther überhaupt erst ihr theologisches Gewicht.

6 thoughts on “Historisch vs. Kritisch?

  1. Ja, Moses, Jesus und Mohamed sie sind in die Geschichte eingebunden.

    Doch weder bei den Geschichten, noch den realen geschichtlichen Begebenheiten (den geistigen Wenden oder der islamischen Abspaltung von der griechisch-jüdischen Glaubensaufklärung, die wir „christlich“ nennen) ging es um rein menschliche Gestalten oder Gottesgebilde.

    Wenn heute selbst der Papst bekennt, dass der biblisch-geschichtliche Grund es christlichen Glaubens eine universale Vernunft ist, dann geht der Glaube nicht unter, wenn die menschlichen Vermittlungsgestalten zur Seite gerückt werden, sondern ist Auf-verstehung erst möglich. (Ein Versuch ist unter http://www.theologie-der-vernunft.de zu finden.)

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  2. Interessant, dass heute eher an der historischen Realität einer banalen Gründergestalt im Isalm gezweifelt wird, wie im „ach so aufgeklärten Christentum“. Hier hat sich der gutherzige Heilsprediger so sehr verselbständigt, dass kein ernstzunehmender Theologe derzeit hinterfragt, welche Vernunft/welcher Logos/kreativer=schöpferischer Sinn allen Seins hinter der historischen Geisteswende steht, die menschliche Person (=Rolle/Aufgabe) Jesus gestellt hat. Auch wenn viele dem Papst (gleichzeitig Anwalt schöpferischer Vernunft griechischer Prägung) bei seiner völlig hoheitlichen Deutung des historisch-biblischen Wesen beipflichten.

    Auch wenn der Koran selbst zum Wort Gottes geworden ist. Seine Marienlogie oder die Anerkennung Jesus als lebendiges Wort/Vernunft ist für mich einer von unzähligen unter http://www.theologie-der-vernunft.de aufgelisteten Belegen dafür, dass es beim christlichen Glaubensgründer (besser Grund) nicht um einen vergotteten Guru gegangen sein kann, wie ihn alle Welt voraussetzt, vielmehr das lebendige Wort dort zu verstehen wäre, wo es die alten Griechen den logischen Lebensfluss erklärten.

    Mein Weihnachtswunsch:
    Dass das dem Monotheismus und seinen Propheten zugrunde liegende „schöpferische Wort“ (der Logos, kreative Lebenssinn) im modernen Weltbild, beispielsweise der evolutionsbiologischen Beschreibung wiederverstanden wird.

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