Ick hör dick trabsen Luhmann


Wie kam es dazu? Wer will das wissen? Und warum? Und wer fragt da? Dirk Baecker. Soziologe und schreibt sonst viel unverständlicher als sein Lehrer Luhmann. Was hat einer wie er zur Finanzkrise zu sagen? Dirk Baecker sondiert in der TAZ die Gründe und Fehler, die zur aktuellen Finanzkrise geführt haben sollen. Und er hat einiges auf Lager:

Es sind zwei Regeln, deren Verletzung zum Ausbruch der Krise geführt hat und deren Wiedereinsetzung den Verlauf der Krise unter Kontrolle zu bringen beginnt. Sie lauten: Märkte sind dann effizient, wenn die Händler, die auf ihnen agieren, über eine Nullintelligenz verfügen. Und die Wirtschaft ist dann gesellschaftlich funktionsfähig, wenn finanzielle Entscheidungen im Zeichen einer Nullsummenkonstanzprämisse stattfinden. Alle Beteiligten müssen davon ausgehen können, dass den einen nur dann etwas gegeben werden kann, wenn den anderen etwas genommen werden kann. Die beiden Regeln stehen auf den ersten Blick im Widerspruch zu auf der Hand liegenden Fakten. Deshalb ist es leicht, Verstöße gegen sie für hinnehmbar zu halten. Beide Regeln sind jedoch auf den zweiten Blick unverzichtbar, weil sie Randbedingungen des Gesamtsystems „Wirtschaft der Gesellschaft“ formulieren.

Und jetzt interessierts mich, was die GSP‚ler zu diesem systemtheoretischen Geschwurbel zusagen haben? Möchten sie vielleicht MPunkt? (via)

2 thoughts on “Ick hör dick trabsen Luhmann

  1. 1. Dirk Baecker schreibt in der Tat häufig „weniger anschlussfähig“ als Niklas Luhmann. Was er im Anschluss an das Zitat erläuternd referiert, sind (vermutlich eher abgefahrene) Rational-Choice-Theoreme.

    Baeckers Stärken liegen in meinen Augen vor allem im mündlichen Vortrag. Ich habe einmal erlebt, wie er betont linke SoziologInnen („Erzählen Sie keinen Mist, ich habe bei Frieder Naschold Soziologie studiert!!!“) und orthodoxe Betriebswirte („Schwachsinn, Schwachsinn!“) gleichermaßen erzürnte. Wobei er selber völlig cool blieb und dem Publikum erzählte, wo er mit einer Freundin gleich noch was Leckeres essen geht.

    2. Bei den GSPlern handelt es sich übrigens um die frühere, naja, Führungsebene der MG (=Marxistische Gruppe). Die MG war so etwas wie die Scientology unter den K-Gruppen. Während alle anderen K-Gruppen ihre Seminare für lau anboten, bediente sich die MG eines kapitalistischen Anreizes: Die Kurse der MG kosteten Geld. Daneben machte sie einen auf geheimbündlerisch; den einfachen Mitgliedern waren die Vorsitzenden (so jedenfalls meines Wissens nach die revolutionäre Praxis bis in die 80er) namentlich nicht bekannt.

    Als Anfang der 80er der K-Gruppen-Markt drastisch einbrach und die meisten Konkurs anmeldeten, machte die MG wacker weiter. Dennoch wurde sie immer bedeutungsloser und tauchte zu ihrem Leidwesen kaum noch in Berichten des Verfassungschutzes auf. Als sie Anfang der 90er doch nochmal in einem Bericht des Verfassungsschutzes auftauchte, nahm sie das zum Anlass, sich wegen Repression aufzulösen.

    Die MG war noch wichtiger als der KBWichtig.

    3. Den M-Punkt kenne ich nicht. Möchte ich auch nicht.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s