Ja und diese Sicht soll im Rahmen einer Ringvorlesung betrachtet werden. Wo? Hier
Ringvorlesungen zur Islamforschung im europäischen Kontext IV: „Islam aus der Sicht des Anderen“
WS 2008/09„Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.“ hat Johann Wolfgang von Goethe 1819 in seiner Gedichtsammlung West-östlicher Diwan geschrieben und es hat nicht an Aktualität verloren. Betrachtet man hingegen die gegenwärtigen Beziehungen zwischen islamischer und westlicher Welt, erwecken diese doch alles andere als einen harmonischen Eindruck. In der alltäglichen Auseinandersetzung geraten die Perspektiven durcheinander. Genährt von Vorurteilen, Rechthaberei und Ignoranz bewegen sich Ströme von Diskursen durch das Bewusstsein eines Jeden und bilden die selektive Wahrnehmung mit all ihren Tücken. Der differenzierte Blick und die Gelassenheit näher hinzuschauen, ist, angesichts der immer schneller werdenden Gesellschaft, kaum noch möglich. Sei es der Islam, das Christentum oder das Judentum, sie bilden schon längst nur das Ticket für andere Bedürfnisse, die sich auf dem Feld der Politik oder der Wissenschaft austobt. Dem immensen Bedarf an Information und Aufklärung ist somit kaum noch nachzukommen, da die Halbwertzeit der Informationen immer mehr abnimmt, lässt auch die Fähigkeit nach zwischen den Zeilen zu lesen und sich die Perspektive des Anderen eigen zu machen oder von ihr zu profitieren.
Wir möchten mit der Ringvorlesung im WS 2008/09 zum Thema „Islam aus der Sicht des Anderen“ dem etwas entgegensetzen. Die dialogische Perspektive ist die einzige Art und Weise dem Genüge zu leisten, ausgehend von der Erkenntnis, dass der Andere im Eigenen wiederzuerkennen ist, seine Sicht und Urteile über uns Neues aussagen, was uns verborgen bleibt. Die Auseinandersetzung mit dem Anderen, seinem Glauben, seinen Ansichten, impliziert für uns immer auch parallel die Auseinandersetzung mit uns selbst, unserer Religion, Perspektive und der Befindlichkeit. Die Außenschau wirft uns im wahrsten Sinn des Wortes auf uns selbst zurück. Den Anderen in seiner Individualität mit all seinen Makeln, Vorurteilen, Ansichten und Kritik zu akzeptieren erweist sich dabei als weit selbstverständlicher, einfacher und bereichernder als die Akzeptanz unseres eigenen gewohnten Selbstverständnisses. Und viel überraschender als wir es wahrhaben möchten. Somit möchten wir uns ganz in der Tradition der vergangenen Ringvorlesungen und Tagungen auch diesmal kundige Gesprächspartner einladen und ihren Erfahrungen und Kenntnissen horchen. Diesmal wird die Perspektive auf die Außenwahrnehmung gelenkt. Sei es die theologische, religionswissenschaftliche oder überhaupt die einer wissenschaftlichen Sichtweise, sie alle sollen zur Sprache kommen und den eigenen Horizont erweitern. Das Angebot wird Vertreter verschiedener wissenschaftlichen Richtungen umfassen und vielleicht auch die persönliche Sicht im angesichts des Austauschs erhellen. Denn „Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken“ (Goethe).
Alle Termine: Di 18:00 – 20:00
Ort: Campus Westend, NG 731
Veranstalter: Prof. Dr. Ömer Özsoy04.11.08
Prof. Dr. Christoph Elsas, Marburg
Islam als eine Religion in Europa02.12.08
Prof. Dr. Christoph Bochinger, Bayreuth
Islam in religionswissenschaftlicher Sicht: Zum Verhältnis von Innen- und Außenperspektive16.12.08
Prof. Dr. Peter Antes, Hannover
Der Islam aus der Sicht des klassischen Christentums13.01.09
Prof. Dr. Micha Brumlik, Frankfurt
Überlegungen zu einem künftigen jüdisch-islamischen Dialog20.01.09
Dr. Hansjörg Schmid, Stuttgart
Konkurrenz oder Partnerschaft? Wahrnehmungen des gegenwärtigen Islams in Deutschland aus katholischer Sicht27.01.09
Dr. Martin Bauschke, Berlin
Abraham opfert seinen Sohn: Ein Vergleich zwischen Bibel und Koran03.02.09
Prof. Dr. Dr. Bernhard Uhde, Freiburg
Islam – ohne Aufklärung? Überlegungen zu einem fundamentalen Mißverständnis10.02.09
Prof. Dr. Christian Troll, Frankfurt
Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil angestoßene Entwicklung der katholischen Lehre über den Islam und den christlich-islamischen Dialog
22. Oktober 2008 at 20:44
Sehr hübsch, eine Dialogveranstaltung. Das hatten wir noch nicht in Deutschland.
22. Oktober 2008 at 21:04
@M.Kreutz
Dialog? Tja was erwarten sie? Sollen wir uns etwa prügeln?
22. Oktober 2008 at 21:33
Das wäre eine Möglichkeit. Vielleicht gar nicht mal eine so schlechte.
Eine andere wäre, sich wie ein erwachsener Mensch zu verhalten, gemeinsam ein Bier trinken zu gehen und es mal sein zu lassen, an seinem Gegenüber dauernd „den Anderen“ entdecken zu wollen. Nervt Sie das eigentlich nicht?
22. Oktober 2008 at 21:38
Ob mich das nervt? Sie nehmen das viel zu ernst. Das ist wie im Kapitalismus, irgendwie muss ja die Ware an den Mann gebracht werden. Nach den Vorträgen gehts dann immer zum Essen und unterhalten uns wie erwachsene Menschen