Philosophie ist eine Bewegung, mit deren Hilfe man sich nicht ohne Anstrengungen und Zögern, nicht ohne Träume und Illusionen von dem freimacht, was für wahr gilt, und nach anderen Spielregeln sucht.
—Michel Foucault
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen der Annahme historisch-kontingenter Wahrheiten und der These, daß es Wahrheit nicht gebe. Daß das eine permanent mit dem anderen gleichgesetzt wird und die These der Geschichtlichkeit der Wahrheit mit der Ablehnung von Wahrheit überhaupt identifiziert wird, ist bereits der Effekt einer ganz bestimmten Wahrheitskonzeption, innerhalb derer sich Wahrheit nur als universale qualifiziert und die alle anderen Konzeptionen von Wahrheit als „relativistisch“ zurückweist, weil sie den von ihr selbst gesetzten Kritierien, Standards und Regeln nicht genügen. Foucaults Kritik richtet sich genau gegen die Zwangswirkungen dieses „Wahrheitsspiels“, das uns scheinbar nur die „Alternative“ zwischen Relativismus und Universalismus läßt, das sich als universal versteht und doch – „in Wahrheit“ – eine historisch-spezifische (und das heißt nicht: relative) Konzeption von Wahrheit präsentiert.
6. Juni 2008 at 22:21
Zu Michel Foucaut: Der Michel hat vollkommen recht. Es gibt nicht „die Wahrheit“. Für uns Menschen gibt es immer nur mehrere Wahrheiten. Niemand ist im Besitz der letzten Wahrheit oder Uursprungswahrheit. Es ist in jedem Fall, nehme ich an, dieselbe. Auch ein Papst kann uns da nicht weiter helfen. Ergo sollte man Verkündern von jedweder Wahrheit immer kritisch gegenüber stehen. Gruß. P.
8. Juli 2008 at 14:15
Genau, jeder hat seine Wahrheit, der Neonazi hat seine, der Islamist hat seine, Foucault hat seine.
Und wenn der Neonazi dem Islamisten die Fresse einhaut, hat er ein Recht dazu, schließlich lebt er nur seine Wahrheit aus.
8. Juli 2008 at 21:50
Sorry, das ist Unsinn. Wenn Wahrheit historisch relativ ist, gilt das auch für die Schriften von Foucault, der schon mehr als 20 Jahre tot ist.
Und natürlich schrieb Foucault seine Bücher mit dem Anspruch etwas (wahres) zu sagen zu haben. Oder nicht?
17. Juli 2008 at 14:01
Relativismus ist eine abgeschwächte Form des Nihilismus und natürlich lächerlich und philosophisch uninteressant.
„Universalismus“ (besser natürlich hier Begriffe wie „Ethikmodelle“ oder aufgeklärte empirische Wissenschaftlichkeit) ist ja offensichtlich das Einzige, das geht, dbzgl. kann man den Islam(iste)n keinen Vorwurf machen.
Übrigens ist der Begriff der Wahrheit hier irreführend und unnütz. Ob das Weltsystem eindeutig ist oder nicht, who cares, wichtig der Erfolg des Ethikmodells oder der Anschauung. Vom Islam rate ich an dieser Stelle aber gerne ab, LOL.
15. August 2008 at 22:25
Wahrheit ist im Grunde genommen absolut. Da wir Menschen „die“ Wahrheit nicht erfassen können, haben wir Menschen immer mehrere Wahrheiten. Sky hat recht,Rrelativismus kann nur schaden.P.